Betriebsratwahlen KAB
Unterlagen für Gemeinden,
Betriebsräte, KAB-Ortsvereine oder Pfarrgemeinderäte
zu den Betriebsratswahlen gibt es Interview mit Alfred Rompel, Vorsitzender der KAB Lindenholzhausen DDer
Sonntag, Kirchenzeitung für das Bistum Limburg, 24.2.02
AN
DER STRIPPE Betriebsräte
wählen Ein Anruf bei Alfred Rompel, 58.
Das Mitglied in der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) in Lindenholzhausen und in
der IG-Metall ist Vorsitzender des Betriebsrates Frankfurt der RWE-Solutions AG mit SAG,
mit 750 Beschäftigten. Vom 1.März bis 31. Mai finden Betriebsratswahlen (BR) statt. Frage: Überall werden Arbeitsplätze ~abgebaut.
Macht sich da nicht Resignation in großen Teilen der Bevölkerung breit? Rompel: Bei vier Millionen Arbeitslosen ist der
Druck, vor allem bei jenen, die erwerbslos sind und eine Stelle suchen, schon sehr groß.
Resignieren sollte jedoch niemand. Man muss versuchen, durch Aus- und Weiterbildung sich
aktuell auf der Höhe der beruflichen Forderung zu halten. Aufgabe der Betriebsräte ist
es, innerhalb der Betriebe dafür zu sorgen, dass unternehrnerische Entscheidungen
sozialverträglich gestaltet werden. Ohne Betriebsrat gäbe es keinen Interessenausgleich
und keinen Sozialplan, , Frage: Können' Sie die Kollegen überhaupt noch
für die Betriebsratswahlen mobili Rompel: Ja. Denn das neue
Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) unterscheidet nicht mehr zwischen Arbeitern und
Angestellten. Es ist nur noch von Arbeitnehmern die Rede. BetrVG und Wahlordnung stellen
sicher, dass geschlechtsspezifische Minderheiten im Betriebsrat entsprechend ihrem Anteil
vertreten sind. Frage: Einen Arbeitsplatzabbau können sie aber
als Betriebsrat auch nicht verhindern? Rompel: Verhindern können wir ihn sicherlich
nicht, aber sozialverträglich begleiten. Denn zum Beispiel bei Einstellungen oder der
Gestaltung der Arbeitszeiten ist der Betriebsrat bei einer Personalreduzierung - aus
weichen Gründen auch immer - gefordert und gefragt: Jede Entlassung muss beim Betriebsrat
angezeigt werden. Er kann ihr zustimmen oder ablehnen. Bei Massenentlassungen ist der
Betriebsrat besonders gefordert. Frage: In kleinen und mittleren Betrieben heißt
es oft: "Der Chef richtet es schon. Ein Betriebsrat ist nicht notwendig." Was
sagen Sie da zu? Rompel: Auch in kleinen
Betrieben ist es wichtig, dass ein Betriebsrat gewählt wird. Im BetrVG werden
Arbeitnehmer und -geber aufgefordert, unter Berücksichtigung der geltenden Tarifverträge
vertrauensvoll und im, Zusammenwirken der im Betrieb vertretenen Gewerkschaften und
Arbeitgebervereinigungen zum Wohl der Arbeitnehmer zusammenzuarbeiten. Wir befinden uns
auf einer Ebene und reden miteinander, obwohl wir Partei sind. Als 'Betriebsrat vertreten
wir die Interessen der Arbeitnehmer, die auch vom Wohl des .Betriebes abhängen. Frage: Einige Arbeitgeber versuchen aber, einen
Betriebsrat zu verhindern ... Rompel: Gesetzlich ist das nicht statthaft. In
Betrieben mit mehr als fünf wahlberechtigten Beschäftigten, von denen drei wählbar
sind, kann ein Betriebsrat gewählt werden. Frage: Kandidieren Sie auf einer christlichen
Liste? Rompel: In unserem Unternehmen gibt es keine
spezielle christliche Liste. Wir sind momentan auf der Kandidatensuch8 mit Charakter- und
Standfestigkeit. In der Vergangenheit hatten wir die Persönlichkeitswahl, was ich sehr
positiv finde. Da hat jeder die Chance, die Kandidaten/Kandidatinnen zu wählen, die er
möchte. Es gibt aber auch Betriebe mit Listenwahl. Frage:
Besonders die KAB fordert zur Teilnahme an
den BR-Wahlen auf. Warum? Rompel: Sie macht das, um die Interessen der
Arbeitnehmer in einer pluralen Gesellschaft besser vertreten zu können. Wir denken: Der
Mensch steht im Mittelpunkt. Wenn das so ist und die Qualität der Mitarbeiter und des
menschlichen Umgangs miteinander eine große Rolle spielen, muss auch die KAB besonders
mitwirken, damit ihre Vorstellung von einem christlichen Menschenbild in den Betrieben
berücksichtigt wird. Frage: Was können Pfarrgemeinden in dieser
Hinsicht tun? Rompel: Sie können auf die Bedeutung der
Betriebsratswahlen hinweisen und' ihre Mitglieder, zum Beispiel aus den Pfarrgemeinden zur
Kandidatur ermutigen. Die KAB sagt immer: Wir wollen Kirche in der Welt der Arbeit und
Stimme der Arbeitnehmer in der Welt der Kirche sein.. Das drückt eindeutig aus, wer wir
sind und was wir wollen. Wir wollen als Christen in der Arbeitswelt stehen und ihr
Gesamtverständnis in die Kirchen hineintragen. Frage: Deshalb hat die KAB die Arbeitshilfe zu~
den Betriebsratswahlen erstellt? Rompel: Die Arbeitshilfe des
KAB-Diözesanverbandes ist eine gute Grundlage. Aber vor allem haben die Gewerkschaften,
die ja in den Betriebsräten vertreten sind, umfangreiche Unterlagen~ zur
ordnungsgemäßen Durchführung der Betriebsratswahlen zusammengestellt. Anrufer. Bernhard Perrefort Unterlagen für Gemeinden,
Betriebsräte, KAB-Ortsvereine oder Pfarrgemeinderäte
zu den Betriebsratswahlen gibt es "Gemeinsam sind wir
stark". Alfred Rompel fordert zur Mitgliedschaft in den Gewerkschaften auf
KAB Diözesangeschäftsstelle 65549 Limburg Fon 06431 295 358 Fax 06431 295 513
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