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Katholische SozialLehre
Catholic Social Teaching
Autor: Ernst Leuninger

Thema der Seite: Drittes Reich 1.9.09

Zum 1. September 2009  Das Dritte Reich, der Krieg und seine Folgen

Drittes Reich, so nannten die neuen Machthaber ihre Herrschaft. 1.000 Jahre sollte es dauern. Dies war eine Heilsvision. Dieses neue Reich sollte den deutschen Herrenmenschen die Weltherrschaft und großen Reichtum bringen. Es dauerte nur 12 Jahre und brachte unendliches Leid über die ganze Welt und unvorstellbares Chaos in Deutschland. Einige Elemente der Naziherrschaft sollen dargestellt werden.

Das Parlament schaltete sich praktisch durch das Ermächtigungsgesetz aus, Gesetze konnten auf vier Jahre ohne das Parlament allein durch die Reichsregierung in Kraft gesetzt werden. Von da war es kein weiter Weg, bis alle Parteien, außer der NSDAP unter Druck der neuen Machthaber sich selbst auflösten. Partei und Staat waren nahezu eins, die Diktatur war da. Diese wurde dann Schritt für Schritt in nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche übertragen, indem das Führerprinzip (es gibt einen Führer, der alles verantwortet und keine gewählten Organe) eingeführt wurde. Verbände, die sich dem nicht unterwarfen, verfielen der Verfolgung und Auflösung. Politische und sonstige Gegner kamen in sogenannte KZ (Konzentrationslager). Sie dienten der Internierung unter menschenverachtenden Bedingungen und wurden mehr und mehr zu Vernichtungslagern.

Konsequent wurden die Kriegsvorbereitungen begonnen durch systematische Aufrüstung. Die Partei wollte die konsequente Ausdehnung des Lebensraumes für die Deutschen. Erst sollten aber alle Deutschen „heim ins Reich“ geholt werden. Österreich wurde angeschlossen, ebenso der Sudetengau.

Die arische Rasse wurde als die Herrenrasse betrachtet, die ihren natürlichen Gegner in den Semiten (vor allem Juden) hatte. Dieser musste bekämpft und letztlich ausgerottet werden. Rassismus (Rassentheorien, die eine Über- und Unterordnung in unterschiedlichen Rassen begründet sahen, der auch politisch durchzusetzen war) verbanden sich mit Antisemitismus (judenfeindlichen Ideologien). In den Nürnberger Rassengesetzen (1935) wurde diese Ideologie zum Gesetz. Die Diskriminierung der Juden und ihre Entfernung aus dem öffentlichen Leben beginnt. Geschlechtsverkehr von Ariern mit Juden wurde als Rassenschande betrachtet. In der sogenannten „Reichskristallnacht“ wurden fast alle Synagogen und über 7.000 jüdische Geschäfte im Reich zerstört. Die Verfolgung der Juden endete letztlich mit der Tötung (meist in Gaskammern) von 5 - 6 Millionen Juden in Deutschland und vor allem den besetzten Ostgebieten.

Es gab einen inneren Widerstand in Deutschland, der am 20. Juli 1944 ein Attentat auf Hitler versuchte, das fehlschlug. Die meisten Widerstandskämpfer mussten dafür mit dem Leben bezahlen.

Der Zweite Weltkrieg begann am 1. September 1939 mit dem Überfall der Deutschen auf Polen. Er endete für Deutschland am 7. Mai 1945 mit der totalen Kapitulation Deutschlands. Deutschland wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt und von den großen Siegermächten (Frankreich, Großbritannien, Sowjetunion und den Vereinigten Staaten von Nordamerika regiert.

Weltweit kostete der Krieg ungefähr 25 Millionen Soldaten und 27 Millionen Zivilisten das Leben. Hinzu kamen unzählig viele Verwundete. Von den unmittelbaren Kriegskosten und Zerstörungen gar nicht zu reden.

Deutschland hatte 3,5 Millionen Soldaten und 3,8 Millionen Zivilisten als Kriegstote zu beklagen. Das Land war vor allem in den Städten weithin zerstört. Die Wirtschaft zerbombt, vieles, was übrig geblieben war, wurde von Siegermächten für ihr Land als Reparation (Kriegsentschädigung) abgebaut. Hinzu kam der Verlust der Gebiete östlich von Oder-Neiße und die Vertreibung von etwa von 13,6 Millionen Menschen aus diesen Gebieten, dem Sudetenland und anderen Ländern wie z.B. Ungarn.

Die Ernährung war nicht gesichert, viele Menschen mussten hungern, hatten nur unzureichende Wohnungen, kaum Hausbrand und schlechte Kleidung und Schuhe. Es funktionierte nahezu nur noch wenig, der Strom war ausgefallen, die Schulen waren geschlossen, das Land lag völlig am Boden.

Hinzu kam die moralische Niederlage. Das Ansehen im Ausland war dadurch gekennzeichnet, dass man die Deutschen „Hunnen“ nannte. Die Schuld für die Morde und soviel Elend auf der Welt lastete zusätzlich auf dem Land. Die schrecklichen Untaten des Dritten Reiches mussten gesühnt und verarbeitet werden. Es war nicht nur eine Stunde „Null“, sondern eine Stunde mit einer Fülle von niederdrückenden Vorgaben, die wie eine schwere Hypothek an einem Beginn standen. Weite Kräfte der Siegermächte trauten den Deutschen auch gar nicht zu, einen positiven neuen Anfang zu machen. Sie hatten Angst, dass sich alles noch einmal wiederholen könnte. Es gab Pläne, Deutschland zu einem reinen Agrarstaat zu machen.

Das Geld hatte nahezu keinen Wert mehr. Es zählte der Tauschhandel, der schwarze Markt entstand. Zigaretten gegen Butter, Tafelsilber gegen Kartoffel, Mehl gegen Schuhe, es gab nahezu nichts, was nicht auf dem verbotenen Schwarzmarkt gehandelt wurde. Die sogenannten Schieber konnten große Geschäfte machen, die meisten anderen kamen zu kurz. Es lohnte sich auch nicht, zu arbeiten, wenn denn überhaupt ein Arbeitsplatz da war. Bis zu einem Drittel der Menschen waren arbeitslos. Viele waren wegen Unterernährung auch gar nicht in der Lage zu arbeiten. Zahlreiche Männer waren noch in Gefangenschaft. Fast eine ganze Generation von Männern war gefallen. Die Frauen traten, wie schon im Krieg, an deren Stelle. In den Städten mussten vor allem die Frauen Trümmer wegräumen, deshalb wird diese Generation der Frauen oft auch „Trümmerfrauen“ genannt.

Die Zerstörung der Wirtschaft und der Zerschlagung eines Wirtschaftsraumes in vier Besatzungszonen führte zu zusätzlichen Schwierigkeiten. Schon während des Krieges geschah die Grundversorgung der Bevölkerung mit Hilfe von Lebensmittelkarten. Gerade die deutschen Ostgebiete waren vor dem Krieg die Hauptnahrungsmittellieferanten für die Städte des Westens gewesen. Diese Gebiete fielen für die Versorgung aus. Die verbliebene Landwirtschaft war nicht in der Lage, die Bevölkerung zu versorgen. Der Winter 1946/47 war ein ausgesprochener Hungerwinter, den Menschen standen im Schnitt nur 750 Kalorien täglich zur Verfügung. Große Hilfe leisteten die Lebensmittelsendungen vor allem aus den USA; hier machte sich die amerikanische Care-Organisation besonders verdient. Auch in weiteren Ländern Europas herrschte eine Unterversorgung mit Lebensmitteln.

 

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Geändert: 01.09.2009 Dr. Ernst Leuninger