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Meine Kontakte in
die ehemalige DDR
Von Westberlin aus bin ich einige Male nach
Ostberlin. Das ging über den Grenzübergang Bornholmerstraße. Es war
schon eine schlimme Angelegenheit, wie man da kontrolliert wurde.
Ende der 70er Jahre war ich im Zusammenhang mit
der Konferenz der Seelsorgeamtsleiter das erste Mal in Erfurt. Dabei
lernte ich den dortigen Seelsorgeamtsleiter Walter Hentrich kennen,
der später Pfarrer von Weimar wurde. Ich pflegte die Kontakte dann
dorthin weiter.
Ich habe dort erfahren, wie man Seelsorge in der
Diaspora unter schwersten Bedingungen macht, das hat mich tief
beeindruckt. Übrigens "Predigen" war mir vom Staat her fort nicht
erlaubt.
Neben der Reihe „Warum Christen Glauben“ habe ich
„Theologie im Fernkurs“ 1977 mit Förderung des Bistums dorthin
organisiert (über Ungarn) und den Druck von Teilnehmerexemplaren
ermöglicht. Dort haben ihn Priester aus der Slowakei kennen gelernt
und in Pressburg eingeführt. Noch bei vielen anderen Gelegenheiten
wurde mitgeholfen. Der Mangel an theologischer Literatur und anderem
war einfach groß. Auch andere Dinge wurden ermöglicht. Die Regierung
wollte ja möglichst viel Westgeld haben.
Als sogenannter „Staatsgast“ nahm ich 1981 mit
65.000 katholischer Christen aus der ganzen DDR an der Feier des
Elisabeth-Jubiläums in Erfurt teil. Das war ein großartiges Fest.
Einmal hatte mir ein Orden in Heiligenstadt einen
Brief mitgegeben, der nach Rom sollte und den ich im Westen
einwerfen sollte, damit ihn die Stasi nicht kontrolliert. An der
Grenze wurde ich rausgerufen, mein Führerschein sei nicht da. Ich
stand 30 Minuten neben am Rand und hatte Angst vor einer Kontrolle.
Dann kam aber ein Vopo und brachte mir den Führerschein, sie hatten
ihn verwühlt gehabt.
Bis man ein Visum bekam war das immer schon ein
Problem. Man musste eine Einladung haben, möglichst von einem
Verwandten. An der Grenze wurde man mindestens 5mal kontrolliert.
Ganz anders war dann der Grenzeübergang am 27.12.89 nach dem Fall
der Mauer. Es war nur eine Kontrolle und ganz kurz und der
Grenzbeamte fragte mich, ob ich ein Doktor der Medizin sei, ich
sagte Theologie und die Antwort war "auch gut und Gute Reise". So
viel Höflichkeit war mir an der dieser Grenze noch nie begegnet.
Auch das Fest zum 800. Geburtstag 2007 der hl.
Elisabeth, an dem ich in Erfurt teilnahm, war ein großes Ereignis.
Abends zogen die Pilger ab 21 Uhr in einer Lichterprozession von der
Barfüßerkirche über den Fischmarkt zu den Domstufen. Im Anschluss an
die Prozession wurde im St. Marien-Dom die Nacht der Lichter und der
Versöhnung gefeiert. Den Wallfahrtssonntag eröffnete um 9.30 Uhr ein
feierliches Pontifikalamt an den Domstufen. Hauptzelebrant und
Prediger war Kardinal Walter Kasper aus Rom. Anschließend lud das
Bistum Erfurt zu einem Elisabethfest auf und rund um den Domberg
ein.
Schön, dass wir jetzt ein Land sind. Und Dank an
alle, die mir dort als tapfere Glaubensbrüder und - schwestern
begegnet sind. |