Aktion "Sonntag muss Sonntag bleiben" (Arbeitsmappe) Zum Thema Sonntagsarbeit (Vortrag) Zerstörung der Ökologie der Zeit (Statement) Zehn gute Gründe für den arbeitsfreien Sonntag Zur Kultur des Sonntags Pressestelle des Bistums Limburg mit Äußerung des Bischofs Kamphaus Links zu weiteren Seiten mit dem Thema Sonntagsheiligung Auch in Österreich ist dies ein Thema http://www.kath.de/bistum/limburg/themen/sonntag/index.htm Erste Literaturhinweise Zerstörung der Ökologie der Zeit Dr. Ernst Leuninger In diesen Wochen läuft wieder einmal ein umfassender Angriff auf die Ökologie der Zeit. Die bestehenden Zeitschemen sollen letztlich ersetzt werden durch ein Sekundenraster funkuhrgesteuert in der jede Sekunde der anderen gleicht. Das macht die Zeit ökonomisch voll verwertbar. Es wird wieder eine Ressource der Menschheit verbracht. Der Kompromißvorschlag eines führenden Regierungs-Politikers macht die Tendenz noch einmal mehr deutlich. Da soll der Erhalt das Sonntags eingetauscht werden gegen den Verlust des Feierabends. Diese Naivität ist schon erschreckend. Glaubt er denn wirklich, daß der Sonntag zu halten ist wenn seine Vorwerke geschleift sind, danach wird der Angriff auf den Sonntag wiederkommen so sicher wie das Amen in der Kirche. Unserer Zeit ist nicht einfach ein Einerlei, sondern sie hat einen geregelten Lauf. Da ist das Sonnenjahr mit seinen Tagen, kulturell von den Menschen geordnet in Stunden, Minuten, und Sekunden. Da ist das Mondjahr, geordnet in Monate und kulturell in Sonntage ursprünglich jeweils vom Neumond her. Hier kommt die alte Tradition des Sonntags her, der ganz früher einmal im Monat das Neumondfest war, dann auf vier Tage im Monat bezogen wurde und in der Sabbateinrichtung Israels seinen Höhepunkt hatte, der sich weltweit durchsetzte, beim Islam der Freitag, bei den Christen der Sonntag. Festgemacht war diese Ordnung in Israel im Schöpfungsakt Gottes, der am 7. Tage ruhte. Also sollte auch der Mensch am siebten Tag ruhen. Hier haben wir ein Arbeitsschutzgesetz, das über dreitausend Jahre alt ist. Arbeitsruhe war angesagt. Der Sonntagsschutz hat in unserem Land noch Verfassungsrang. Achten wir darauf, daß er nicht unterlaufen wird, auch durch Sondergenehmigungen und ähnliches. Tag und Nacht sind das anderer Naturschema, das von der Sonne vorgegeben ist. Wie sensibel auf Änderungen dieses Schemas reagiert wird, das hat die Sonnenfinsternis gezeigt. Für uns Menschen bedeutet Tag Aktivität und Nacht Schlaf. Nachtarbeit zum Beispiel ist auf Dauer gesundheitsschädigend, weil sie gegen die innere Zeituhr des Menschen läuft, die sich nach der Sonne richtet. Der Bauer früher stand mit den Hühnern auf und ging mit den Hühner zu Bett, er brauchte das Tageslicht. Wir sind da freier geworden durch unser künstliches Licht. Aber wir wissen trotzdem, daß Nachtarbeit auf Dauer in der Regel nicht gesundheitsfördernd ist, für Jugendliche z.B. ist sie deshalb verboten. Die Ausweitung der Nachtarbeit hat aber auch gesellschaftliche Konsequenzen. Der regelmäßige Nachtarbeiter wird oft nur schwer an gesellschaftlichen Aktivitäten teilnehmen können, die Familie erfährt Erschwernisse. Dies sind nur einige Hinweise. Für uns Deutsche ist aber der Feierabend ein bedeutender Bereich geworden, der Übergang zwischen Tag und Nacht. Hier spielt sich das private Leben ab, die Familie hat hier ihren besonderen Ort, aber vor allem auch das Vereinswesen, das für unser Land so charakteristisch ist, die Erwachsenenbildung, ehrenamtliche Arbeit in karitativer Arbeit, ohne die nichts ging und auch politische Basisarbeit. All dies würde durch eine völlige Entgrenzung z.B. des Ladenschlusses auf Dauer in eine Krise geraten. Wir werden aber diese Aktivitäten in Zukunft noch mehr brauchen wie rund um die Uhr geöffnete Geschäfte. Menschen, die im Verkauf arbeiten stöhnen schon jetzt über die verlängerten Ladenzeiten, weil sie sich daheim viel weniger sehen. Der Sonntag ist auch ein gesellschaftliches Phänomen. Ein freier Tag irgendwann in der Woche bringt für gemeinschaftliche Aktivitäten nichts. Der Sonntag schafft ein Symbol kollektiver Freiheit und Verläßlichkeit. Wenn wir ihn dem Kommerz freigeben, dann haben wir einen Ressourcenverbrauch höchsten Ausmaßes, der nicht zu ersetzen ist. Haben wir dann mehr Freiheit, für wen und um welchen Preis? Wollen wir eine Gesellschaft im kommenden Jahrtausend, die rund um die Uhr nur von Ökonomie bestimmt wird, die hat ihre legitime Zeit am Tag und in der Woche, oder wollen wir ein Ökologie des Zeitschemas, das menschenfreundlich ist und der Gesellschaft ein humanes Gesicht gibt?
Dr.Ernst Leuninger Inhaltsverzeichnis Zur Kultur des Sonntags 0 Die gesellschaftliche Bedeutung des Sonntags 1 Der Sabbat als gesellschaftsprägende Institution 2 Neutestamentliche Grundlagen des Sonntages 3 Die weitere Entwicklung der Feier des Herrentages 4 Einige soziologische Aussagen zur Struktur der Woche 5 Einiges zur Theologie des Sonntags 6 Einiges zur Weiterentwicklung der Kultur des Sonntags 7. Einige Beispiele 8. Einige Hinweise auf die Literatur 1. Fassung: Lg/Rm 11.11.88 2. Fassung: Lg/ 9.9.99 0 Die gesellschaftliche Bedeutung des Sonntags Den Sonntag als reine Freizeit zu begreifen, in der sich der einzelne Mensch individuell erholen kann, heißt an seinem Wesen vorbeigehen. Der Sonntag ist von seiner Geschichte her immer ein soziales Ereignis gewesen, das seine Aufgipfelung in einer gemeinschaftlichen gottesdienstlichen Feier hatte. So war es auch schon am Sabbat und anderen Feiertagen, die nicht im jüdisch-christlichen Bereich ihren Platz hatten. Nur wenn man die Einbeziehung des Sonntags in den gesellschaftlichen Zusammenhang, in die kulturelle Struktur einer Gesellschaft sieht, wird man ihn richtig begreifen können. Der Sonntag war und ist nicht individuell beliebig als Freizeit verschiebbar. Damit würde er seines Wesens als gesellschaftlicher Feiertag beraubt werden. Dies zu begründen und auszufalten wird die Aufgabe der folgenden Ausführungen sein. 1 Der Sabbat als gesellschaftsprägende Institution Wer sich mit dem Sonntag beschäftigen will, muß sich vorerst Gedanken über den Sabbat gemacht haben, da eine Reihe von Strukturen des Sonntags auf den Sabbat zurückgehen, entscheidend z.B. das Siebener Schema der Woche. Bevor aber Gemeinsames und Unterschiede aufgezeigt werden, soll etwas zur Geschichte und Begründung des Sabbats gesagt werden. Wohl die älteste Fassung des Sabbatgebotes steht in Exodus 23.12: "Sechs Tage kannst du deine Arbeit verrichten) am siebten Tag aber sollst du ruhen, damit dein Rind und dein Esel ausruhen und der Sohn deiner Sklavin und der Fremde zu Atem kommen." In diesem Text ist ausdrücklich der Ruhecharakter des Sabbats betont, vor allem aber auch der soziale Anspruch derer, die abhängig sind, nämlich Sklaven, ihre Kinder, einschließlich des Viehs. Alle diese sollten am Sabbat eine Ruhemöglichkeit haben. Dieses wird in Exodus 20 auf das Schöpfungswerk bezogen, ein Text der jüngeren Datums ist und etwa in das 5. oder 6. vorchristliche Jahrhundert gehört. In dem älteren Text eines Schöpfungsberichtes in Genesis 1 ist ja bewußt die Siebener-Struktur eingebaut als Schöpfungsordnung von Gott selbst in die Schöpfung eingestiftet. Wer sie verletzt verstößt gegen die Schöpfungsordnung. Der Tag der Ruhe symbolisiert gleichzeitig auch den Tag der Vollkommenheit. Das Hineinschreiben der Siebener-Struktur in einen vorgegebenen Schöpfungsbericht macht den hohen Wert dieser Institution für die Schöpfung, den Menschen und Gott deutlich. Es geht um eine umfassende Schöpfungsruhe. Es soll angesagt werden, zu welcher Vollendung alle berufen sind. Der soziale und der Gedanke der Schöpfungsruhe sind also wesentliche Elemente des Sabbats. Er ist aber auch zugleich ein Tag der immer wieder an das befreiende Handeln Gottes aus der Knechtschaft Ägyptens erinnert. Dieses ist ja das grundlegende Ereignis für das Volk Israel (Dtn 5,15). Der Sabbat ist ein Tag der Dankbarkeit, des Fröhlichseins vor. Jahwe (Dtn 12,7.17 u.a.). In der Zeit des Exils bekommt dieser Sabbat auch noch eine zukunftsorientierte Dimension auf den Tag des großen Heilshandelns Gottes hin. Er ist Zeichen des Bundesschlusses mit Gott und der damit verbundenen Verheißung. Wer ihn bricht, bricht den Bundesschluß, gefährdet das Volk und ist todeswürdig. Auf diesen Grundlagen hat der Sabbat als Ruhetag vom Abend zum Abend seine große gesellschaftliche Bedeutung bei den Juden bekommen. Er hat auch im Verlaufe ihrer Geschichte außerhalb des Landes entscheidend zur Identität dieses Volkes beigetragen. Am Sabbat konnten die Versprengten zu sich selbst finden, indem sie zueinander fanden. Neben dem Sabbat hatten die Israeliten auch noch Feiertage, mit denen sie besondere Heilserfahrungen des Volks verbanden oder Ereignisse der Ernte usw. feierten. Diese hatten nicht die strenge Sabbatruhe, sondern mehr Feiercharakter. Vom Name her könnte Sabbat mit Ruhe, Abschluß übersetzt werden. Diese Übersetzung ist aber nicht eindeutig. Sabbat / Seba wird auch mit sieben in Verbindung gebracht. Manche führen den Sabbat in seiner Einführung auf das babylonische Exil zurück. Dort gab es einen Schapatu. Dies war der Vollmondstag, aber ohne Arbeitsruhe. Der siebte Tag (sieben, vierzehn, einundzwanzig, achtundzwanzig) war kein Ruhe- und Feiertag, sondern ein Tag, an dem einige Berufsgruppen bestimmte Arbeiten nicht verrichten sollten, da sie in Unglück ausschlugen. Es war ein ausgesprochener Unglückstag. Solche Tage kennen wir aus der antiken Gesellschaft. Sie gelten auch in anderer Form heute noch. Im Siebener-Rhythmus ist der Sabbat ein Mondrhythmus. Inwieweit er auf israelitische Mondkulte zurückgeht, läßt sich nur schwer abschätzen. Neumond und Sabbat stehen jedenfalls in den ältesten Texten, auch in der Heiligen Schrift in Beziehung (2 Könige 4). Amos, der Prophet mit dem großen sozialen Engagement, führt aus: "Hört dieses Wort, die ihr die Schwachen verfolgt und die Armen im Lande unterdrückt. Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte fälschen. Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein Paar Sandalen die Armen" (8,4-6). Sabbat und Neumond als Ruhetage werden in ihrer sozialen Bedeutung deutlich; an diesen Tagen ist sogar die Sucht nach wirtschaftlicher Ausbeutung einzustellen. Hosea (2,13 ff) und Jesaja (1.13 f.) kritisieren die Form, in der das Volk. Neumond und Sabbat feiert; der eine weil sie dieses Fest neben Baalsfesten feierten, der andere, weil sie ungerecht gegen Witwen und Waisen waren. In dieser vorbabylonischen Tradition könnte also das Sabbatfest ein Vollmondfest gewesen sein und gedeutet werden vom vollendeten Mond. Es war ein Jahwefest und hat vielleicht etwas mit dem 12-Stämme-System Israels zu tun, das ja als Zwölfer-System ein System war., welches dem Mondjahr nahekam. Es soll hier nicht nachgezeichnet werden, wie der Kampf im alten Israel um den Neumondkult und den Jahwekult war, welche politischen und religiösen Auseinandersetzungen es hier gab. Der Neumondtag war ein gemeinsamer Ruhetag. Dort, wo der Jahwekult sich durchsetzen konnte, wurde er zu Ehren Jahwes gefeiert. Zu der deutlichen Ausprägung im Sieben-Tage-Schema kam es dann eigentlich erst in der babylonischen und nachbabylonischen Zeit. In der babylonischen Gefangenschaft waren ja die kulturellen Identitätspunkte wie heilige Berge und Tempel weggefallen. Hier war der Säbbat keine Vollmondfeier mehr, sondern wurde zum Zeichen der kulturellen Einheit des jüdischen Volkes in der Verbannung. Die Ruhe dieses Tages wurde zu einem kultischen Ereignis, Ruhe wurde zur religiösen Handlung. Alle anderen Feste der Identität waren faktisch weggefallen. Sieben war nun der Ruhetag als Tag religiöser Feier Jahwes in der Ruhe. Dies wurde dann in den verschiedenen. Gesetzen und in den Auslegungen in der Zeit ausgebaut. Zum Sabbat gehörte auch als anderes Identifikationsmerkmal die Beschneidung. Folgende Elemente sind es, die das Wesen des Salbbats ausmachen:
Der Feiercharakter tritt zurück, der Ruhecharakter ist der deutlichere, prägt diesen Tag und ist als solcher religiöse Handlung. Um Gottes und ihrer selbst willen müssen die Schöpfung und die Mitmenschen in Ruhe gelassen werden. Der Sabbat wurde zu einem Kulturgut für die Juden, das auch ängstlich vor Verunreinigung durch die Heiden geschützt wurde. Alle Gebote. waren. in der Öffentlichkeit gegeben, der Sabbat im Geheimen. Der Sabbat ist nicht um Israels willen da, aber Israel um des Sabbats willen. Das war die Überzeugung. Es wurde gesagt, wenn die Israeliten nur einen Sabbat gehörig hielten, würde keine Natur Gewalt über sie bekommen. Hielten sie nur zwei Sabbate recht, so würden sie sofort erlöst werden. Um den Sabbat herum bildete sich eine eigene Kultur, was man alles durfte, was man nicht durfte. Auseinandersetzungen, wie streng oder wie menschlich ein solcher Tag einzuhalten sei, führten zu langen Disputen und zu verschiedenen Ausprägungen. Manchmal gingen diese Auslegungen bis in das Kuriose. So z.B. war das Tragen am Sabbat verboten. Man durfte nach dem Bad das nasse Handtuch nicht nach Hause tragen, das war eine Last. Wenn sich aber 10 darin abgetrocknet hatten, dann durfte man es nach Hause tragen. Diese Auslegungsformeln waren es schließlich, die Jesus die Frage stellen ließen, ob der Sabbat um des Menschen willen oder der Mensch um des Sabbat willen da sei (Mk 2,27). Insgesamt muß man aber sagen, daß es eindrucksvoll ist, heute noch zu erleben, wie in streng gläubigen Stadtteilen in Jerusalem z.B. der Sabbat eingehalten wird. 2 Neutestamentliche Grundlagen des Sonntages Im Unterschied zum dem "Tag des Herrn", der der Tag Jahwes war, wird zum ersten Mal in der Apokalypse 1,10. der erste Tag der Woche "Herrentag" genannt (gelegentlich auch anders übersetzt). Es ist der Tag, an dem Johannes die erste Offenbarung erhielt, also ein ausgezeichneter Tag. Er ist der Tag der Auferstehung, der in vielen Stellen berichtet wird: "In der Frühe des ersten Wochentages". Es war ein bevorzugter Tag zum Brotbrechen in der Versammlung der Gemeinde. So wird in Apostelgeschichte 20,7 von Paulus in Troas berichtet, wie er beim Brotbrechen bis in die Mitternacht hineinredete. Jesus selbst hatte eine besondere Beziehung zum Sabbat; selbstverständlich hat er ihn gehalten, aber er hat am Sabbat zum Ärger der frommen Juden geheilt. So betont er denn, daß der Sabbat für den Menschen da sei und nicht der Mensch für den Sabbat; und dreht die vorherrschende jüdische Lehre damit um. Deshalb, so sagt er, ist: "Der Menschensohn Herr auch über den Sabbat." (Markus 2,27f.). Der Sabbat bekommt ein menschlicheres Gesicht. Jesus beginnt seinen Auftritt am Sabbat in der Synagoge zu Nazareth (Lk 4,16'ff). Nach dem Begräbnis Jesu hielten die, die ihn begraben hatten, die Sabbat ruhe ( Lk 23, 56 Die Ruhe Jesu im Grab wird zur entscheidenden Sabbatruhe Jesu vor der Auferstehung und dem Anbruch einer neuen Zeit. So wurde dies dann theologisch gedeutet. Das Heilsereignis, das am Sabbat im Alten Testament gefeiert wurde, war die Befreiung aus der Sklaverei, das Heilsereignis der Auferstehung ist die Überwindung von Sünde und Tod, die Befreiung aus der Knechtschaft, auch des Gesetzes. So sieht es vor allem Paulus. In der Gemeinde zu Jerusalem wurde mit Sicherheit der Sabbat gefeiert, in judenchristlichen Gemeinden der Diaspora dürfte dies auch der Fall gewesen sein, vermutlich auch in heidenchristlichen Gemeinden. In Galater 4,9 weist' Paulus darauf hin, die Gemeinde soll nicht neu in die Sklaverei fallen: "Warum achte t ihr so ängstlich auf Tage, Monate, bestimmte Zeiten und Jahre? Ich fürchte, ich habe mich vergeblich um euch bemüht?" In Kollosser 2,16 ff. sagt er: "Darum soll euch niemand verurteilen wegen Speise und Trank oder wegen eines Festes, ob Neumond oder Sabbat. Das alles ist nur ein Schatten von dem was kommen wird. Die Wirklichkeit aber ist Christus." Der Sabbat ist damit nur Vorform, kein Gesetz mehr, die Erfüllung ist in Jesus Christus gegeben. Damit wird die Bedeutung des Sabbats für die christlichen Gemeinden relativiert, die Erfüllung in Christus aber herausgehoben und damit die Bedeutung der Auferstehung und des ersten Wochentages. Eine eigene Rolle spielt der Sabbat noch einmal im Hebräerbrief 4,8 ff; der Text bezieht sich darauf, daß das Volk nicht in das Heilige Land, das Land der "Ruhe gekommen sei aufgrund des Ungehorsams". Die Verheißung, in das Land der Ruhe zu gelangen, besteht nach wie vor. Die Christen mögen sich aber bemühenl, daß sie nicht auch durch Ungehorsam das Land der Ruhe verfehlen. Die Ruhe, die angesprochen ist, ist die Ruhe Gottes von dem Schöpfungswerk und damit auch die Ruhe vom Werken und Arbeiten überhaupt. Die Geschichte des Umgehens mit dem Sabbat ist durchaus nicht einheitlich. Der Sabbat hatte eine große Hochschätzung, auch in den christlichen Gemeinden: "Betet, damit eure Flucht nicht in den Winter oder einen Sabbat falle" (Mt 24920). Er wurde aber durch Jesus Christus, den Herrn des Sabbats, relativiert. Der Tag der Auferstehung wurde zum Herrentag. An diesem Herrentag ist offensichtlich das gemeinsame Mahl des Brotbrechens gefeiert worden. Die gesetzliche Strenge des Sabbats war durch Jesus vermenschlicht worden. Paulus macht deutlich, daß der alte Sabbat eigentlich keine Gesetzeskra ft mehr hat. Erhalten bleibt auf jeden Fall das Siebener-Schema, wobei nach dem Ende der Woche der erste Tag durch die Auferstehung Jesu eine für die Christen vollkommen neue Bedeutung gewinnt. In einer heidnischen Umwelt wurde das Siebener-Schema beibehalten. Der Sonntag nach der Auferstehung wird zum achten Tag. Welche Bedeutung dann dieser erste Tag der Woche für die jungen Gemeinden im Bereich der Heiden hatte, wird in 1 Kor 16,2 deutlich. Dort wird gefordert, daß die Kollekte für Jerusalem am ersten Tag jeder Woche zu Hause bereitgehalten werden solle. Etwas Neues ist am Entstehen. 3 Die weitere Entwicklung der Feier des Herrentages Es läßt sich nicht ohne weiteres eine Analogie des Sonntags mit dem Sabbat feststellen, vor allem ist umstritten, ob der Sonntag in Opposition zum Judentum und seine Sabbatfeier entstanden ist oder einfach hin nur die Feier der Auferstehung war. Jedenfalls wird der erste Tag der Woche schon in der Heiligen Schrift Herrentag genannt. Der Name Sonntag, der in der römischen Welt üblich war, wird erstmals von Justin (enthauptet um 165) übernommen. Er deutet ihn auf den Beginn der Schöpfung und den Beginn der Auferstehung. In der Schöpfung wurde es Licht, bei der Auferstehung ging das neue Licht auf. Justin und Origines (nach 250) betonen, daß der Sabbat abgeschafft sei. In der römischen Kirche und den anderen Kirchen des Westens war der Sabbat ein Fasttag. Am Sonntag wird stehend gebetet. Während der Sabbat die Arbeitsruhe aus sozialen Gründen forderte, fordert die Kirche vor Konstantin von ihren Gläubigen die Teilnahme am Gottesdienst. Dazu war die Arbeit zu unterbrechen. In der Westkirche gab es in den frühen Jahrhunderten keine Liturgie am Sabbat, während in der Ostkirche der Einfluß vom Judentum her stärker war. Der Bruch von der jüdischen Vergangenheit war in der Westkirche früher als in der Ostkirche. In der Westkirche legte man Wert darauf, daß am Sabbat gefastet wurde und keine religiösen Versammlungen stattfanden. Sowohl diese Praxis als auch die Texte der Kirchenväter sprechen für eine gewisse Abgrenzung von dem Judentum und dem jüdischen Sabbat. Dies erklärt aber nicht völlig die Entstehung des Sonntages als dem neuen Tag des Christentums. Der Sonntag als Sonnenverehrungstag war ja in der Antike üblich; von dort kommt auch die Ostorientierung. Sicher wollten sich Christen von dem heidnischen Sonntag absetzen. Er hat aber dann in der Umdeutung auf Christus hin eine Bedeutung für die Entwicklung des Sonntags gewonnen. Namen wie "das wahre Licht" und die "Sonne der Gerechtigkeit" sprechen für diesen Einfluß. Es könnte also sein, daß in dem Versuch, der christlichen Gemeinde ein eigenständiges Gesicht zu geben, Abstand genommen wurde vom Sabbat. Es bot sich dann der erste Wochentag als der Sonnentag in der Umdeutung auf Christus als die Sonne der Gerechtigkeit an, zumal dieser Tag ja als Herrentag und Gottesdiensttag seit der neutestamentlichen Zeit in den christlichen Gemeinden. eine besondere Bedeutung hatte. Er war teilweise, nämlich für die Gottesdienstzeit, arbeitsfrei. Mit Konstantin beginnt die Zeit der Erlasse für die Sonntagsruhe. Er verbietet schon 321 in zwei Erlassen knechtliche Arbeit, ausgenommen der Feldarbeit; außer Sklavenfreilassung dürfen keine Gerichtsverhandlungen durchgeführt werden und den Soldaten wird der Sonntagsgottesdienst verordnet. Seit Valentinian (368) dürfen am Sonntag keine Schuldeintreibungen mehr vorgenommen werden. Theodosius der Große verbietet Theater, Zirkus und Tierkämpfe (386). Positiv wurde angeordnet, daß die Gefangenen am Sonntag besondere Erquickungen bekommen sollten. 549 beschloß ein Regionalkonzil, daß Pröpste und Archidiakone am Sonntag die Gefängnisse besuchen sollten. Große Theologen machten trotzdem den Unterschied zwischen Sabbat und Sonntag deutlich. Der Zug der Zeit ging aber nun darauf, daß Elemente der Ruhe auf den Sonntag übertragen werden. Der Sonntag wurde begründet von der Auferstehungsfeier her zum Ruhetag einer sich mehr vom Christentum her orientierenden spät- und nachrömischen Gesellschaft. Gesetzliche Regelungen gewannen dann in der Franken- und Germanenmission und der Christianisierung dieser Gesellschaft ihre besondere Rolle. Wer am Herrentag Knechtsarbeit verrichtete, sollte den zur Rechten gehenden Ochsen (Leitochsen?) verlieren. Wer Heu und Getreide abschnitt und sich nicht besserte, sollte 50 Schläge erhalten. Dies steigerte sich bis zum Verlust des Habes. Letztlich wurde er Höriger, weil er am Tag des Herrn nicht frei sein wollte. Karl der Große berief sich auf Alkuin und seine Lehre, daß die christliche Sitte der Beobachtung des Sabbats zutreffend auf den Sonntag zu übertragen sei. Diese Entwicklung wirkte auch in Ostrom nach. Seit dieser Zeit konnte man sagen, daß viele Elemente des Sabbats auf. den Sonntag übertragen wurden. So begann die Arbeitsruhe auch schon am Samstagabend. Dies hat Bedeutung für die kulturelle Ausprägung des Sonntags in unserer Gesellschaft, wobei die Ausprägung im deutsch-französischen Bereich nicht so streng verlaufen ist wie in England. Was die Ruhe anging, so gab es Ende des 8. Jahrhunderts bereits 70 Ruhetage; im 12. Jahrhundert mindestens 100 mit steigender Tendenz. Da die hohe Zahl der Ruhetage nach Ausgang des Mittelalters Probleme mit sich brachten weil der Handel stagnierte und die Frage nach sinnvoller Freizeitgestaltung aufkam, vor allem aber unter dem Einfluß der Aufklärung, wurde die Gesamtzahl der Ruhetage erheblich zurückgenommen. Es entstand Ende des 19. Jahrhunderts darüber eine Legitimationsdiskussion, welchen Sinn diese Tage haben und wie sie gesellschaftlich abgesichert werden sollten. Die Kirchen mußten den Tag der Ruhe und des Gottesdienstes offensiv begründen. Dies führte letztlich dann auch zu einer neuen gesetzlichen Absicherung. Bedeutsam wurde die Gewerbeordnung des norddeutschen Bundes von 1869, die dem Sinne nach noch heute gilt. Nach der Entlassung Bismarcks wurde im Reich 1891 das Sonn- und Feiertagsrecht durch Änderung der Gewerbeordnung ausgebaut, hinzu kam die erste Ladenschlußregelung und verschiedene andere Verordnungen. Der Artikel 139 der Weimarer Verfassung hob den Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage in den Verfassungsrang. Es waren Tage der Arbeitsruhe und seelischen Erhebung. Dies wird vom Grundgesetz übernommen. Die Länderverfassungen schützen . den Sonntag überwiegend mit derselben Motivation. Das Kirchenrecht von 1917 verbot knechtliche Arbeit, Märkte, Messen, öffentlichen An- und Verkauf und gerichtliche Amtshandlungen. Johannes Paul Il. weist 1981 auf den Freiraum der inneren Ruhe hin (LB 25). Diese Ruhe wird als Vorbereitung kommender Herrlichkeit, als Vorgriff auf eschatologische Ruhe und Freuden gedeutet. Das neue Kirchenrecht begründet den Sonntag im österlichen Geheimnis. Kanon 749 formuliert: "Am Sonntag und an den anderen gebotenen Feiertagen sind die Gläubigen zur Teilnahme an der Meßfeier verpflichtet; sie haben sich darüberhinaus jener Werke und Tätigkeiten zu enthalten, die den Gottesdienst, die dem Sonntag eigene Freude oder die Geist und Körper geschuldete Erholung hindern." Es geht also wie im Grundgesetz um einen Tag der Erholung und Erbauung. Ausnahmen von der Gewerbeordnung (Stand 88) sind festgelegt und höchstens an 10 Festtagen und jeweils für 8 Stunden möglich. Dabei müssen die religiösen Erfordernisse berücksichtigt werden. Wirtschaftliche Gründe dürfen nicht ausschlaggebend sein. Auch private Arbeit in der Öffentlichkeit ist untersagt. Sozial notwendige Arbeit ist erlaubt. Es gibt Betriebe, die von ihrem Wesen her notwendigerweise sonntags arbeiten müssen, Krankenhäuser, Verkehrsbetriebe, Gastronomie. Diese sind ausgenommen. Das Ganze ist eine höchst differenzierte Materie (Handlungs-, Arbeits-, Beschäftigungs- und Betriebsverbot), die aber im Letzten verfassungsrechtlich gesichert ist. Gründe für die gesetzliche. und verfassungsrechtliche Sicherung des Sonntags waren vor allem die sozialen Bewegungen des vorigen Jahrhun.derts und damit auch der Arbeitsschutz und die Arbeitszeitverkürzung an Sonntagen. Die unternehmerische Freiheit sollte eingeschränkt werden. Dies wurde auch wieder deutlich, alszu Beginn dieses Jahrhunderts "die durchlaufende Fertigung" entstand. Diese wirtschaftlichen Gründen werden immer wieder in die Diskussion gebracht, erst in den letzten Jahren wieder bei der Produktion spezieller Mikro-Chips. Aber auch hier wird sich das hohe Gut eines durch die Verfassung gewährleisteten Rechtes bewähren müssen und können. Hier muß der kulturelle Wert des Sonntags gegen rein wirtschaftliche Interessen begründet werden. Die Verfassung will das Anliegen der Kirchen schätzen, eine gleichmäßige Ausgestaltung des Lebensrhythmus und die Schaffung einer Sozialsynchronisation ermöglichen. 4 Einige soziologische Aussagen zur Struktur der Woche In der Verbindung von Kapitalismus und Spätfolgen des Kommunismus oder Reaktion auf die frühere Gängelung geschieht zur Zeit (99) ein Angriff auf den Sonntag in Städten der neuen Bundesländer. Es geht um den Sonntagseinkauf. Insgesamt -auch für die alten Bundesländer- werden alle möglichen Gründe gesucht, die Verkaufszeiten auf den Sonntag auszudehnen. Computerarbeitsplätze und Börse sind weitere Einbruchstellen. Der Sonntag gerät zunehmend unter Druck. Die Diskussion der Arbeitszeitflexibilisierung und die Einbeziehung des Sonntags in die Regelarbeitszeit verändert die gesellschaftlich gewonnene neue Struktur der Woche, die Samstag und Sonntag als das Wochenende und den Wochenanfang in einer besonderen Bedeutung sehen. Ein freier Tag ist nicht einfachhin ein freier Tag, sondern ein freier Tag wird zu einem freien Tag, in dem er auch gesellschaftlich als solcher anerkannt ist. Der Sonntag dient der gesellschaftlichen Strukturierung der Woche. Er ist ein sozio-kulturelles Phänomen, nicht nur einfachhin nur ein arbeisfreier Tag, sondern durch ihn bekommt die Zeit ein festes Bezugssystem. Der Sonntag ist von seinem Wesen her von der Arbeitsruhe und der Erholung geprägt, auf der anderen Seite bietet er dadurch die Möglichkeit, zu sozialen Kontakten. Im derzeitigen Zeitmodell ist der Samstag und vor allem auch der freie Samstag mit einbezogen. Die Woche von Montag bis Freitag wird heute als Arbeitswoche verstanden. Die Abende von Montag bis Donnerstag dienen in der Regel Versammlungen, die sich inhaltlichen Aufgaben stellen wie Weiterbildung und politisch-soziales Engagement. Am Freitag beginnt eher der gesellige Versammlungscharakter. Der Samstagvormittag dient der häuslichen Arbeit in den verschiedensten Formen. Er entlastet vor allem für die Hausfrau den Sonntag. Der Samstagabend ist der eigentliche Ruhepunkt zu Hause und in der Familie. Der Sonntagvormittag dient ebenso der Familie und der Erholung, aber auch dem Besuch unter den Familien. Am Sonntagnachmittag endet eigentlich die Freizeitmotivation und es beginnen die ersten Vorbereitungen für die neue Arbeitswoche. Es besteht noch individueller Freiraum. Der Sonntag hat in unserer Gesellschaft seine Regelmäßigkeit und seinen Rhythmus, im Zeitablauf Sicherheit zu vermitteln. Gemeinsamkeit dieser Ruhetage ist soziale KuItur. Soziale Aktivitäten werden hier höher angesetzt als in der übrigen Woche. Er entlastet auch davor Hausarbeit und alle möglichen Dinge tun zu müssen, da diese ja auf den Samstag vorverlegt werden können. Hier kann man Mensch sein ohne zu arbeiten, soziale Kontakte pflegen ohne den Vorwurf, Nichtstuer zu sein. Der Sonntag regt zu solchen sozialen Kontakten an und stiftet ein Netzwerk von Beziehungen, nicht zuletzt im Bereich des Gottesdienstes. Er stiftet Gemeinschaft unter Menschen. Ende der 80iger Jahr hatten etwa knapp 20% der Befragten einer Untersuchung Samstagsarbeit und 9% Sonn- und Feiertagsarbeit. Es wird darauf hingewiesen, daß ein hoher Prozentsatz von Arbeitnehmern bereit wäre, für eine 4-Tage-Arbeitswoche auch gelegentlich samstags oder vielleicht auch sonntags zu arbeiten, bei günstigen Bedingungen. Diese günstigen Bedingungen hießen bei vielen 4-Tage-Woche, voller Lohnausgleich; dann wäre man bereit, gelegentlich auch einmal sonntags zu arbeiten. Interessanterweise sinkt aber diese Bereitschaft bei denen, die regelmäßig - z.B. Samstags- und Schichtarbeit haben. 49,7% von denen, die regelmäßig sonntags arbeiten, würden an diesem Tag lieber zu Hause bleiben. Wenn sich Unternehmen bemüht haben, Sonntagsarbeit und Wochenendarbeit einzuführen, dann konnten sie in der Regel nicht auf bisheriges Stammpersonal zurückgreifen, vor allem nicht auf Verheiratete. Überwiegend waren junge und zumeist ledige Arbeitnehmer bereit, bei sonst extrem günstigen Bedingungen samstags und sonntags zu arbeiten. Eine Gesellschaft wird es sich nicht leisten können, einen grundsätzlichen und für alle gemeinsamen Lebens- und Arbeitsrhythmus, der im Sonntag aufgipfelt, zerstören zu können. Damit fiele überwiegend auch die Möglichkeit zum sozialen Kontakt in strukturierter Form weg. 5. Einiges zur Theologie des Sonntags Der Sonntag versteht sich von der Auferstehung her. Er ist somit der Tag des. Herrn. In ihm beginnt eine neue Schöpfung, die letzthin in der Ruhe und Herrlichkeit des Himmels das Ende finden wird. Dies wird inder Feier des Sonntags vorweggenommen. Von daher ist es auch begründet, daß es in der Vorwegnahme dieser eschatologischen Ruhe der Sonntag zu einem Tag der Ruhe wird, einer Ruhe die Freude bereitet. Der Tag der Erlösung Jesu Christi ist nicht nur den einzelnen Menschen, sondern für alle. Insofern ist auch die Feier dieses Tages von Anfang an ein soziales Ereignis in der Gemeinde gewesen. Hier sollen die Formen des neuen Lebens vorgelebt und erfahren werden. Von daher ist der Sonntag von Anfang an ein soziales Ereignis gewesen. Im Verlaufe der Geschichte ist er von seiner Bedeutung für die christliche Gemeinde über gesetzliche Ergänzungen aus der Sabbattradition zu einem Tag der Ruhe und Erbauung geworden, der in unserer Gesellschaft einen hohen kulturellen Wert und Verfassungsrang hat. Johannes Paul II. sagt in Laborem exercens: "Er (Gott d.V.) wirkt mit schöpferischer Kraft, in dem er die Welt im Sein erhält, die er aus dem Nichts ins Sein gerufen hat; er wirkt mit heilbringender Kraft in den Herzen der Menschen, die er seit Anbeginn zur "Ruhe" bestimmt hat, bei ihm selbst, im Haus des Vaters". Daher erfordert die menschliche Arbeit auch die Ruhe an jedem "siebten Tag". Vor allem aber darf sie nicht bloß im äußerlichen Einsatz der menschlichen Kräfte bestehen; sie muß im Inneren des Menschen einen Freiraum lassen, wo.der Mensch immer mehr das wird, was er dem Willen Gottes entsprechend sein soll, und sich so auf jene "Ruhe" vorbereitet, die der Herr seinen Dienern und Freunden bereithält. (Mt 25,21) "(25). Hier wird der Sonntag ein Tag der schöpferischen Ruhe, der das vorwegnimmt, was Gott den Menschen bereiten will. Wenn die Gemeinde am Sonntag Eucharistie feiert, dann tut sie dies als ein versöhnendes Hoffnungszeichen für die Welt, feiert stellvertretend für alle Menschen und für die ganze Schöpfung und nimmt auch deren Leiden und Stöhnen in ihr Gebet mit auf. Gerade von Schöpfung und Neuschöpfung her bekommt der Sonntag von der Ruhe für die in der Woche verletzte Schöpfung her heute eine besondere Dimension. Wir. nehmen die Schöpfung in ihrer Eigenwertigkeit in den Blick. Es geht auch um Versöhnung der Menschen mit Gott und den Menschen, aber auch um die Versöhnung der Menschen mit der Schöpfung. Die Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland (75) faßt den Sinn des Sonntags wie folgt zusammen: "Der Sonntag ist der Tag, an dem die christliche Gemeinde ihres Herrn gedenkt. Der durch seinen Tod und seine Auferstehung in die Vollendung - in- die Herrlichkeit Gottes eingegangen ist. Der im Wochenrhythmus immer wiederkehrende Feiertag der Christen ist wesentlich "Zeichen" für die Heilswirklichkeit der "neuen" Schöpfung, die mit der Auferstehung Christi angefangen hat. In der Treue zu Auftrag und Vermächtnis des Herrn erfährt der Christ in der wöchentlichen Feier des Ostergeheimnisses, daß er selbst Teil hat am Tod und 'Auferstehung Christi und berufen ist zur Ruhe Gottes, d.h. zum vollendeten, befreiten und unangefochteten Besitz des Lebens. Daher ist der Sonntag als "Tag des Herrn", wie ihn alle Christen begehen, als Feiertag der christlichen Gemeinde, als Tag der Eucharistiefeier und als Zeugnis christlicher Zukunftserwartung und aufgebbar; er kann nicht gegen einen anderen Tag der Woche ausgetauscht werden (Gottesdienst 2.1)". Fassen wir zusammen und betonen noch einmal die wichtigsten Punkte: -der Sonntag ist Auferstehungstag des Herrn
6 Einiges zur Weiterentwicklung der Kultur des Sonntags Die Kultur ist die schöpferische Leistung des Menschen in allen seinen Lebensbereich eh, die Art, wie er sich die Natur handhabbar macht um in ihr und mit ihr zu wohnen. Dazu gehört auch die kulturelle Gestaltung der Zeit, die Zeitstruktur, die eben dargestellt wurde. Dazu gehört aber auch eine Kultur des Sonntags nach den Kriterien, wie sie vor allem im theologischen Teil dargelegt wurden. Es ist ja nicht nur der sogenannte Zwang einer wirtschaftlichen Ausnutzung von Maschinen, sondern auch die wachsende Kommerzialisierung, die den Sonntag bedrängt. Eine Fülle von Terminen stehen für den Sonntag an, von Festen bis zu Bildungsveranstaltungen. Menschen in Pflege- und Dienstleistungsbetrieben sind am Sonntag im Einsatz, Frauen werden in Familien überfordert. Hier gilt es, gemeinsam dafür Sorge zu tragen, daß ein größerer Freiraum für alle geschaffen und der vorhandene nicht noch weiter eingegrenzt wird. Pastoraltheologische Überlegungen zum Sonntag müssen die gesamte Kultur des Sonntags sehen. Es gilt menschliche Urwerte zu schätzen, wie Erholung, Ruhe, Muse, Spiel, Gemeinschaft und Familie - um nur einige zu nennen. Es geht um die Erfahrung von Freiheit und Freiheit für andere. Da aber die Arbeitszeit schon so gestaltet ist, daß kaum noch Freiheit erfahrbar wird, wird auch die Eigenbestimmung am Sonntag immer schwieriger. Es bedarf einer Kultur unserer Lebensstile, um dem Sonntag wieder den richtigen Wert zu geben. Viele Sonntagsprobleme enstehen heute, weil die Menschen oft nciht merh wissen, was sie mit dem Sonntag anfangen sollen. Bei all diesen Fragen müssen wir aber auch klar wissen, daß der Sonntag die Vorwegnahme, aber noch nicht die Erfüllung ist. Wir sind noch unterwegs. So wird auch der Sonntag immer wieder diese Zeichen des Unterwegsseins tragen. Keinesfalls darf er umgekehrt wieder zu einer "Leistungsüberforderung" werden. Leistungsüberforderung, weil wir Leistung eigentlich als das wesentliche im Menschen und in der Zeit betrachten und davon am Sonntag nicht absehen können, Leistungsüberforderung im Sinne eines puritanischen Verständnisses des Sonntags, das der Freude nicht genügend Raum gibt. Ich traf ich den Mitarbeiter einer Zeitungsdruckerei. Er sagte, daß die Arbeitswoche für ihn sonntags gegen Mittag beginne und vermutlich würde es in Zukunft noch. früher sein. Was hat man da noch vom Sonntag? Gottesdienst, wenn ja, dann am Samstag. Die Stunden, die mir am Sonntagvormittag noch bleiben, dienen nahezu ausschließlich schon der Vorbereitung auf den Werktag. Das, was andere Leute am Sonntag tun, fällt für mich aus. Ich mache dies nun schon seit über zwanzig Jahren; eigentlich wäre es mir doch viel lieber, wenn ich genauso Sonntag feiern könnte wie alle, z.B. etwa in meinem Verein, in der Gemeinde oder bei Kollegen. Für mich findet dies nicht statt." Viele soziale Bezüge haben keine Bedeutung. Das widerspricht, was in einer Untersuchung auf dem Westerwald festgestellt wurde, daß eben der Sonntag ein Tag mit "höheren Lebensgefühl" ist, der nicht abgeschafft werden dürfe. In einem anderen Fall muß in einer Fabrik nun die Maschine am Samstag wieder durchlaufen. Mitarbeiter müssen sonntags Reparatur- und Wartungsarbeiten, die bisher samstags stattgefunden haben, sonntags durchfuhren. Der Rhythmus der Familie fällt auseinander, Gemeinsamkeiten sind kaum noch möglich. Das, was die o.g. Untersuchung "Gemeinschaftserfahrung" nennt, fällt weg. Wenn Firmen drohen, die Produktion ins Ausland zu verlagern, werden auch Betriebsräte weich, besonders dann, wenn lukrative Ausgleichsangebote gemacht werden. Sie verschätzen die sozialen Konsequenzen. Die KAB hat Ende der 80iger Jahre im Falle einer Hochtechnologiefirma in Stuttgart betont, 5% weniger Schrott bei einer Schrottrate von 90w könnten nicht ausschlaggebend sein, um 400 Arbeitnehmer mit ihren Familien um den Sonntag zu bringen. Eine Firma hat Genehmigung bekommen, Sonntagsschichten zu fahren, dies heißt, daß auch die Reparaturtrupps griffbereit sein müssen, in "Rufbereitschaft". Wenn das Telefon klingelt ist für die Beteiligten der Sonntag vorbei. Sei einer großen Firma in Regensburg ist in der Mega-Chip-Produktion die 10-Tage-Schicht eingeführt worden ohne Berücksichtigung des Sonntags. Nach der Gewerbeordnung geht dies in Ordnung. Es wird dadurch ein Verderben von Erzeugnissen verhindert, die eine Pause der Herstellung nicht vertragen. Was bisher bei anderen Firmen ging, ging auf einmal nicht mehr. Stuttgart folgte wie oben gesehen. nach. Wird dies Konsequenzen haben? Lebt die alte Diskussion des größeren Einsatzes der teuren Maschinen wieder auf? Offensichtlich ist dies eine stets wiederkehrende Frage, so alt wie die Maschinen, aber eigentlich auch in anderen Formen so alt wie die Arbeit selbst. Der Sonntag muß ein Raum der sozialen Ruhe bleiben. 8. Einige Hinweise auf die Literatur Arbeiterseelsorge der Bistümer Mainz und Limburg, Bacchiochi , S. Bärenz, R. Deutsche Bischofskonferenz, Rat der Evangelischen Kirche Deutschland Gemeinsames Wort: Sonntag feiern (Hannover, Bonn 1984) Deutsche Bischofskonferenz und Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland Gemeinsame Erklärung: Unsere Verantwortung für den Sonntag (1988) Dies domini - Apostolisches Schreiben Halter, H. u.a. Kamphaus, Franz, Hirtenbrief 1998: Sonntagsgottesdienst Katholisches Bezirksamt Westerwald Mattner, A. Meinhold, Plöschel, W. Rinderspacher, J. P. R. Richardi, Rordorf, W. H. Rüenauver, H. Zingel, den Sonntag feiern, München 1992 Schlagheck, M. u.a. Hrsg. Zenger, Erich Zentralkomitee der deutschen Katholiken
Für Allianz gegen SonntagsarbeitDie Bischöfe wiesen in ihren Osterpredigten auf die Bedeutung des Sonntags hin.
Wie Bischof Aichern unterstrichen auch die anderen Bischöfe in ihren Osterpredigten die Bedeutung des Sonntags. Der steirische Diözesanbischof und Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Johann Weber, meinte in Bezugnahme auf die Osterfeiertage: Diese Tage seien wichtig, es brauche den stillen Atem der Feiertage und Sonntage, auch wenn manche damit nichts so Rechtes anzufangen wissen. Feiertage seien auch eine "Übersetzung" der Auferstehung. Ebenso sagte der Kärntner Diözesanbischof Egon Kapellari, Ostern und die anderen Sonntage und Feste sollten Zeiten "der Verlangsamung und des Atemholens" bleiben oder wieder werden. Um dies zu gewährleisten, brauche man eine "gesellschaftliche Allianz". Der St. Pöltner Diözesanbischof Kurt Krenn rief in Erinnerung, der siebente Tag der Woche sollte "über Arbeit, Sorge und Leistung hinausweisen und den Menschen zur Anbetung und Danksagung aufrufen". Dieser "Tag des Herrn" müsse als "heiliger Tag" bewahrt und verteidigt werden. Die verbindenden Aspekte der Debatten um die Sonntagsarbeit und die Gentechnik zeigte der burgenländische Diözesanbischof Paul Iby auf. In beiden Fällen gehe es um die Frage, welche Werte vorrangiger und wichtiger sind: das "Leben der Menschen" oder aber "die Wirtschaft, die Wissenschaft und der kurzfristige Erfolg". Beim Osterhochamt im Stephansdom betonte der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn, das Auferstehungsgeschehen sei der eigentliche Kern des Christentums
Dr. Ernst Leuninger Limburg, den 29.09.99 1. Ein Kulturdenkmal wird abgerissen Da klatscht man noch Beifall, Presse, Rundfunk, Fernsehen. Auch Politiker scheinen begeistert, oder sagen: Opfern statt des Sonntags den Feierabend. Die Menschen stimmen mit den Füßen ab, so heißt es. Was geschieht: Der Sonntag wird abgeschafft und dem Kommerz rund um die Uhr geopfert. Dabei handelt es sich um ein hohes Kulturgut von weit über 3000 Jahre alt, bewährt und weltweit verbreitet. Das erinnert an den Abbruch von Kulturdenkmälern, weil sie dem Straßenbau weichen mußten. Es gab Zeiten, da riss man gotische Kathedralen ab, weil man sie nicht mehr gebrauchen konnte. Man war der Meinung, sie seien überflüssig und eigentlich nur im Weg. Heute wundern wir uns über soviel Unverstand. Aber machen wir es zur Zeit besser? Kulturdenkmäler, an denen Jahrtausende mit gebaut haben reißen wir unbesehen ab. Wir schauen zu, wie die Bagger des Kommerzes den Schutt wegräumen. Nur eines Tages werden wir merken, daß unsere Zeit mit ihrem vermeintlichen Sinn für Denkmalpflege, eines der wichtigsten Denkmäler unserer Gesellschaft eingerissen hat. Ein Mann der Kirche muß das sagen, höre ich den Einwand, die Gewerkschaften desgleichen, aber die haben von der neuen Zeit auch nichts verstanden. Das schafft Freiheit, das schafft Arbeitsplätze, das schafft ein neuen Lebensgefühl. All dies sei in Frage gestellt. Die längeren Ladenschlusszeiten haben keine neuen Arbeitsplätze geschaffen, nur die Arbeitsplätze der Beteiligten schlechter gemacht. Die Belastung des Personals ist erheblich gewachsen. Wer denkt an deren Familien. Die bekommen ja Zeitausgleich in der Woche, so heißt es. Was aber hat die Familie davon? Diese unverzichtbare aber höchst gefährdete Institution gerät noch einmal zusätzlich in Streß, wenn die rund um die Uhr Arbeitszeit" kommt, die letztlich angestrebt ist. Dieses Jahr wird erstmalig die Frankfurter Börse an Karfreitag arbeiten. Das globalisierte Geld will es so. Darum geht es ja auch letztlich. Längerer Maschinen-Laufzeiten wird immer wieder diskutiert. Wer glaubt im Ernst noch daran, daß dies neue Arbeitsplätze schafft. Und jetzt sollen die Brummis noch am Sonntag donnern dürfen. Ich weiß, was das heißt, ich bin immer froh, wenn ein Tag in der Woche der Lärm bei mir von der Autobahnbrücke nicht so groß ist. Bringt das eine Erleichterung für die Fahrer? Es geht um den Kommerz, den Verdienst. Die kleinen Geschäfte, die von den Eigentümern selbst betrieben werden, haben keine Chance, sie arbeiten schon bis zur Selbstausbeutung. Die großen Konzerne werden die Gewinner sein. Da das Geld nicht mehr als einmal ausgegeben werden kann, wird es auf die Konzerne umgeleitet. Das steckt letztlich dahinter. Es ist ein großer Verdrängungswettbewerb am Laufen. Zwischen der Gesellschaft und dem Einzelnen gibt es keine Institutionen mehr, die diesen schützen. Der Sinn der Gesellschaft ist nach Aussage von Fachleuten nur noch der Kommerz. Auch hier wird der Mensch völlig dem Kommerz als Lebenssinn geopfert und er klatscht noch Beifall dazu. Der Sonntag war dazu da, den Menschen eine Chance zur Ruhe und damit zur Freiheit von der Arbeit zu geben. Er war mit die älteste soziale Einrichtung der Menschheit und hatte etwa mit der Gott begründeten Menschenwürde zu tun. Sein Hauptsinn war die Ruhe von der Arbeit. Er sollte aber auch Freiraum zum Nachdenken geben, in diesem Sinne ist er wahrhaft ein Denkmal". Er war ein Tag des Feierns der Menschen, auch des Feierns Gottes, der nach religiöser Auffassung diesen Tag als Hinweis auf den Himmel gestiftet hatte. Als Tag des kollektiven Ausruhens einer Gesellschaft ist er weiterhin auch mehr als nur ein freier Tag eines Einzelnen. Er war und ist gemeinschaftsstiftend. Will man dies alles am Ende des Jahrtausends opfern? Ein weiteres Kulturdenkaml fällt. Mit welcher Kultur will man das neue Jahrtausend beginnen. Ist das Großkaufhaus das neue Symbol, das in die Stelle des zerstörten Denkmals tritt? Das kann es doch nicht sein, Kommerz allein genügt nicht. Denk(t)mal" darüber nach eher die Spitzhacke weiter geschwungen wird und nichts mehr zu retten ist. In der Zeitkultur, die über den Sonntag hinausgeht, haben wir uns die Zeit wohnlich gemacht. Wir finden uns in ihr zurecht. Die Zeit ist nicht das fremde beängstigende, sondern ein wohnliches daheim geworden, lassen wir uns dies nicht nehmen, es geht viel mehr verloren als nur der Sonntag, der Sonntag ist aber das Fundament unseres Zeitgehäuses. Wenn er fällt, dann zählt nur noch die Sekunde. 2. Zerstörung der Ökologie der Zeit In diesen Wochen läuft wieder einmal ein umfassender Angriff auf die Ökologie der Zeit. Die bestehenden Zeitschemen sollen letztlich ersetzt werden durch ein Sekundenraster funkuhrgesteuert in der jede Sekunde der anderen gleicht. Das macht die Zeit ökonomisch voll verwertbar. Es wird wieder eine Ressource der Menschheit verbracht. Der Kompromißvorschlag eines führenden Regierungs-Politikers macht die Tendenz noch einmal mehr deutlich. Da soll der Erhalt das Sonntags eingetauscht werden gegen den Verlust des Feierabends. Diese Naivität ist schon erschreckend. Glaubt er denn wirklich, daß der Sonntag zu halten ist wenn seine Vorwerke geschleift sind, danach wird der Angriff auf den Sonntag wiederkommen so sicher wie das Amen in der Kirche. Unserer Zeit ist nicht einfach ein Einerlei, sondern sie hat einen geregelten Lauf. Da ist das Sonnenjahr mit seinen Tagen, kulturell von den Menschen geordnet in Stunden, Minuten, und Sekunden. Da ist das Mondjahr, geordnet in Monate und kulturell in Sonntage ursprünglich jeweils vom Neumond her. Hier kommt die alte Tradition des Sonntags her, der ganz früher einmal im Monat das Neumondfest war, dann auf vier Tage im Monat bezogen wurde und in der Sabbateinrichtung Israels seinen Höhepunkt hatte, der sich weltweit durchsetzte, beim Islam der Freitag, bei den Christen der Sonntag. Festgemacht war diese Ordnung in Israel im Schöpfungsakt Gottes, der am 7. Tage ruhte. Also sollte auch der Mensch am siebten Tag ruhen. Hier haben wir ein Arbeitsschutzgesetz, das über dreitausend Jahre alt ist. Arbeitsruhe war angesagt. Der Sonntagsschutz hat in unserem Land noch Verfassungsrang. Achten wir darauf, daß er nicht unterlaufen wird, auch durch Sondergenehmigungen und ähnliches. Tag und Nacht sind das anderer Naturschema, das von der Sonne vorgegeben ist. Wie sensibel auf Änderungen dieses Schemas reagiert wird, das hat die Sonnenfinsternis gezeigt. Für uns Menschen bedeutet Tag Aktivität und Nacht Schlaf. Nachtarbeit zum Beispiel ist auf Dauer gesundheitsschädigend, weil sie gegen die innere Zeituhr des Menschen läuft, die sich nach der Sonne richtet. Der Bauer früher stand mit den Hühnern auf und ging mit den Hühner zu Bett, er brauchte das Tageslicht. Wir sind da freier geworden durch unser künstliches Licht. Aber wir wissen trotzdem, daß Nachtarbeit auf Dauer in der Regel nicht gesundheitsfördernd ist, für Jugendliche z.B. ist sie deshalb verboten. Die Ausweitung der Nachtarbeit hat aber auch gesellschaftliche Konsequenzen. Der regelmäßige Nachtarbeiter wird oft nur schwer an gesellschaftlichen Aktivitäten teilnehmen können, die Familie erfährt Erschwernisse. Dies sind nur einige Hinweise. Für uns Deutsche ist aber der Feierabend ein bedeutender Bereich geworden, der Übergang zwischen Tag und Nacht. Hier spielt sich das private Leben ab, die Familie hat hier ihren besonderen Ort, aber vor allem auch das Vereinswesen, das für unser Land so charakteristisch ist, die Erwachsenenbildung, ehrenamtliche Arbeit in karitativer Arbeit, ohne die nichts ging und auch politische Basisarbeit. All dies würde durch eine völlige Entgrenzung z.B. des Ladenschlusses auf Dauer in eine Krise geraten. Wir werden aber diese Aktivitäten in Zukunft noch mehr brauchen wie rund um die Uhr geöffnete Geschäfte. Menschen, die im Verkauf arbeiten stöhnen schon jetzt über die verlängerten Ladenzeiten, weil sie sich daheim viel weniger sehen. Der Sonntag ist auch ein gesellschaftliches Phänomen. Ein freier Tag irgendwann in der Woche bringt für gemeinschaftliche Aktivitäten nichts. Der Sonntag schafft ein Symbol kollektiver Freiheit und Verläßlichkeit. Wenn wir ihn dem Kommerz freigeben, dann haben wir einen Ressourcenverbrauch höchsten Ausmaßes, der nicht zu ersetzen ist. Haben wir dann mehr Freiheit, für wen und um welchen Preis? Wollen wir eine Gesellschaft im kommenden Jahrtausend, die rund um die Uhr nur von Ökonomie bestimmt wird, die hat ihre legitime Zeit am Tag und in der Woche, oder wollen wir ein Ökologie des Zeitschemas, das menschenfreundlich ist und der Gesellschaft ein humanes Gesicht gibt? Zeit ist uns geschenkt, sie hat aber auch einen natürlichen Rahmen. Den dürfen wir zu unserem Schaden nicht völlig mißachten. Früher habe ich immer darüber gelacht, daß der Vatikan sich einmal gegen die Einführung der Gaslaternen aussprach, weil sie gegen die Natur seine und die Nacht zum Tage machten. Sicher ist dies etwas kurz gegriffen. Aber wir können uns in unserem Umgang von der Zeit nicht völlig von der Natur abkoppeln, dies wäre zu unserem Schaden. Zeit ist ein Gehäuse, Oikos sagt Haus, Ökologie Pflege diese Hauses, wir müssen unser Zeitgehäuse pflegen, wenn wir selbst über unser Leben das Sagen behalten wollen. 3. Zehn gute Gründe für den arbeitsfreien Sonntag Gewerkschaften und kirchliche Organisationen in Bayern haben sie zusammen gestellt, die zehn guten Gründe für den arbeitsfreien Sonntag, ich möchte sie Ihnen vorstellen. 1. Der Sonntag ist das freie Wochenende" für die Beschäftigten im Einzelhandel. Sie arbeiten wechselweise montags bis samstags, vielfach von 7.00 Uhr bis 21,00 Uhr. Der Sonntag ist für Freunde, Familie und gemeinsam erlebte Zeit oft der einzige Tag. 2. Der Sonntag ist ein Symbol der Freiheit, an dem wir nach biblischer Verheißung vom Diktat der Arbeit frei sein und gemeinsam aufatmen sollen. Er gibt uns die Möglichkeit, an diesem Tag unsere Zeit frei, ohne Zwänge und Bevormundung zu gestalten. 3. Der Sonntag steht für die Arbeitsruhe Kennzeichen des Sonntags ist die Arbeitsruhe. Ohne die Arbeitsruhe verschwindet der Zeitrhythmus und der notwendige gesellschaftliche Wechsel von Arbeit und Ruhe. Ohne die Arbeitsruhe wird der Sonntag nicht nur zum Werktag, sondern er verschwindet gänzlich. 4. Der Sonntag ist eine Errungenschaft Er war nicht immer arbeitsfrei, sondern er war ständigen Angriffen ausgesetzt. Menschen hatten ihn seit jeher gegen ökonomische Interessen zu verteidigen. 5. Der Sonntag ist für den Menschen da Die Würde des Menschen ist unantastbar, verpflichtet das Grundgesetz. Dieses Menschenrecht muß sich in den konkreten gesellschaftlichen Regeln ausdrucken. Der arbeitsfreie Sonntag ist Ausdruck dieser Menschenwürde. Der Sonntagschutz hat Verfassungsrang 6. Der Sonntag stellt den Menschen in den Mittelpunkt Der Sonntag steht gegen alle Versuche, den Menschen dem Geld, dem Konsum oder der Produktion bedingungslos zu unterwerfen. 7. Der Sonntag ist ein Familientag Nur mehr am Sonntag hat die Familie als einzigem Tag in der Woche Gelegenheit, einen Tag gemeinsam zu verbringen. 8. Der Sonntag ist das Rückgrat der Gesellschaft "Leute ohne Rückgrat haben wir schon zuviel", singt Bettina Wegner. Der Sonntag gibt der Gesellschaft Stabilität, weil er den Menschen ermöglicht, sich miteinander an einem gemeinsamen freien Tag zu treffen, der in unserem Kulturkreis über alle Ländergrenzen hinweg verbindlich ist. 9. Der Sonntag ist der Zeitanker der Woche Der Sonntag macht einen dringend notwendigen Zeitrhythmus erst möglich. In einer ständig hektischer werdenden Zeit verpflichtet er zur Entschleunigung und Ruhe. Alle gesellschaftlichen Versuche, ohne diesen Rhythmus zu leben, sind gescheitert. 10. Der Sonntag ist zum Feiern da Er ist das größte Geschenk der jüdischchristlichen Überlieferung an die Menschheit. An ihm sind wir aufgefordert, das Fest zu feiern, Kultur zu leben und uns nicht von Arbeit und Geschäftigkeit in Besitz nehmen zu lassen. Wann soll uns sonst die Muse küssen? hbv,kab,kbsb,afa,afiuab, usw V.iS.d.P.:Gewerkschaft HBV Schwanthalerstr. 64 80336 München 4. Der Sonntag und wir Der Einsatz für den Erhalt des Sonntags stellt aber auch Fragen an unserer Glaubwürdigkeit. Machen wir die Ökonomisierung des Sonntags manchmal nicht selbst mit. Z.B.:
Der Angriff auf den Sonntag ist für uns ein Versuch, den Menschen ökonomisch völlig verfügbar zu machen. Dagegen müssen wir uns mit allen Kräften wehren.
Zur Diskussion der Änderung der Verkaufszeiten und zum Ladenschluss Inhalt Zur Diskussion der Änderung der Verkaufszeiten und zum Ladenschluss
0. Gutachten Vor drei Jahren wurden die Ladenschlussgesetze geändert. Das ifo-Institut legt dazu einen Bericht vor und gibt Empfehlungen. Desgleichen die Sozialforschungsstelle Dortmund.
1. Ergebnisse ifo Gutachten zum Ladensschluß Die Erweiterung der Ladenöffnungszeiten bis 20.00 Uhr an Werktagen und Samstagen bis 16.00 Uhr ist von den Verbrauchern angenommen. Interesse an weiterer Öffnung besteht bei 45%, dagegen sind 36%. Am Sonntag wollen wenigstens 46% eine befristet Öffnung, 44% sind dagegen. 23% der Einzelhandelsgeschäfte nutzen die neuen Öffnungszeiten nach 18.30 Uhr. Alle großen Unternehmungen mit mehr als 25 Millionen Jahresumsatz machen von der Regelung Gebrauch. 40% der Ladenbesitzer sind für eine Schließung nach 18.30 Uhr, 26% für völlige Aufhebung der gesetzlichen Restriktionen, 32% für Ladenöffnung nach 18.30 Uhr. 57% der Geschäfte sind für ein Verbot der Öffnung an Sonn- und Feiertagen, 12% für ein befristet, 21% für ein völlige Freigabe. Die öffnungsaktiven Geschäfte haben Umsatzgewinne gemacht. Es werden folgende Empfehlungen gemacht:
2. Zur Situation der Arbeitsplätze Arbeitsplätze wurden kein neuen geschaffen, insgesamt ist die Zahl der Beschäftigten in den drei Jahren um 5,8% zurückgegangen in Betrieben mit längeren Öffnungszeiten sogar um 6,8% in Betrieben ohne Verlängerung der Öffnungszeiten minus 5,3%. Für die Beschäftigten ist zu ihren Ungunsten die Arbeitszeit in den länger geöffneten Betrieben flexibler geworden. Rund 940.000 ArbeitnehmerInnen arbeiten gegenwärtig zu Spätöffnungszeiten. Nur ein Drittel davon erhält Zuschläge. "Die im Jahre 1996 vom ifo-Institut vorgeschlagene Verlängerung der Ladenöffnungszeiten ist somit auf Erwartungen gestützt worden, die sich innerhalb der letzten drei Jahre nicht erfüllt haben." (Gutachten an das Bundearbeitsminsiterium vom 5.11.99, abgedruckt in Sonntag muß Sonntag bleiben, Hg. Bundesverband der KAB u.a. Hier finden sich ausgezeichnete Argumente für die Diskussion) Trotzdem geht dieses Institut auf dem eingeschlagenen Weg weiter. Hier muß gefragt werden, wie diese Konsequenzen wissenschaftlich begründet werden?
3. Ergebnisse der Sozialforschungsstelle Dortmund "BERLIN. Nach einem am Dienstag, 12.10.99, in Berlin vorgelegten Gutachten der Sozialforschungsstelle Dortmund (sfs) sind durch die erweiterten Ladenöffnungszeiten im Einzelhandel keine neuen
Arbeitsplätze entstanden; allerdings sei ein leichtes Umsatzplus zu verzeichnen. Seit
ihrer Einführung im Jahr 1996 sei die Zahl der Arbeitsplätze im Einzelhandel um sechs
Prozent gesunken. Nur ein Fünftel der Betriebe mit längeren Öffnungszeiten beschäftige
mehr Personen als vor der Gesetzesänderung, ein Drittel beschäftige heute weniger
Personen. Aus dem Gutachten: "4. Folgerungen aus den ersten Erfahrungen mit den erweiterten Öffnungszeiten Es gibt heute nicht mehr, sondern weniger Arbeitsplätze im Einzelhandel als vor der Erweiterung der Öffnungsmöglichkeiten. Die neuen Öffnungszeiten haben keinen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Beschäftigung in der Branche genommen. Es kann auch nicht festgestellt werden, dass die neuen Öffnungsmöglichkeiten einen Beitrag zur Sicherung bestehender Arbeitsplätze geleistet hätten; auch länger öffnende Betriebe haben Arbeitsplätze abgebaut. Von entscheidender Bedeutung für das Beschäftigungsniveau ist die wirtschaftliche Entwicklung der Branche. Da es dem Einzelhandel im betrachteten Zeitraum nicht gelungen ist, zusätzliche Umsätze zu realisieren, wurden keine zusätzlichen Arbeitsplätze geschaffen. Zudem wurden in den Betrieben auch Rationalisierungspotentiale genutzt. Die qualitativen Veränderungen der Beschäftigungsstruktur können unterschiedlich bewertet werden: Einerseits wurden durch den in den letzten Jahren nochmals gewachsenen Anteil der Teilzeit- und der geringfügigen Beschäftigung mehr Personen im Erwerbssystem gehalten bzw. erstmals in Erwerbsarbeit gebracht, als es zu erwarten gewesen wäre, wenn Vollzeitarbeitsplätze beibehalten oder neu geschaffen worden wären. Andererseits ist damit das Arbeitsvolumen so weit "geteilt" worden, dass noch weniger Beschäftigte als in der Vergangenheit die Möglichkeit haben, mit ihrer Erwerbsarbeit im Handel ihren Lebensunterhalt und ihre Chancen auf künftige berufliche Entwicklung zu sichern. Die Erweiterung des Öffnungszeitenrahmens wird von den Unternehmen als neues Instrument im Wettbewerb um Marktanteile genutzt. Angesichts der Ungewißheit, ob die zusätzlichen Kosten, die mit längeren Öffnungszeiten grundsätzlich verbunden sind, sich für das einzelne Unternehmen "lohnen", sind größere Unternehmen prinzipiell eher in der Lage, ihre Öffnungszeiten auszuweiten und damit Umsatzgewinne zu Lasten der anderen Unternehmen zu realisieren. Dadurch wird tendenziell der Strukturwandel im Handel durch die neuen Öffnungsmöglichkeiten verstärkt. Für die quantitative Entwicklung der Beschäftigung, für die Sicherung von Vollzeitarbeitsplätzen und für das Niveau der Qualifikationsanforderungen an den Arbeitsplätzen im Verkauf hat das bisher überwiegend negative Effekte.
Nur wenige Betriebe haben die Erweiterung der Öffnungszeiten zum Anlass für Neueinstellungen genommen, so dass die Arbeit tendenziell verdichtet wurde. Nur für eine Minderheit der Beschäftigten wurde ein Ausgleich in Form günstigerer Arbeitszeitregelungen oder durch Gewährung von Zuschlägen ermöglicht. Vor dem Hintergrund der Arbeitsmarktlage und des Kostendrucks in den Unternehmen ist es für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schwierig, ihre Interessen zu sichern. Dass die Beschäftigten einer weiteren Ausdehnung des Öffnungszeitenrahmens kritisch gegenüberstehen, kann auch als Ausdruck ihrer bisherigen Erfahrungen mit der betrieblichen Umsetzung der Spätöffnungszeiten verstanden werden. Generell schätzen die Beschäftigten diese Zeiten weiterhin als sozial besonders wertvoll, weil sie bisher regelmäßig und gemeinsam mit anderen genutzt werden konnten. 4. Bundes-KAB warnt vor Umsetzung der ifo-Empfehlungen Pappenheim: Weitere Liberalisierung zerstört Markt und Sonntagskultur Bornheim. Gegen die Empfehlung des Münchener ifo -Institutes, die Ladenschlusszeiten an Werktagen völlig aufzuheben, wendet sich die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands (KAB). "Wir können die Politiker nur warnen, sich den Empfehlungen des Münchener Institutes anzuschließen", unterstrich Hans Pappenheim, stellvertretender Bundesvorsitzender des über 300000 Mitglieder zählenden Sozialverbandes, nach der heutigen Veröffentlichung der Studie. Die KAB kritisiert auch die ifo-Empfehlung, die Entscheidung über Sonn- und Feiertagsöffnung auf die kommunalen Gebietskörperschaften zu übertragen. Eine solche Regelung würde den bundeseinheitlichen Sonntag zur willkürlichen Verfügungsmasse von Kommunalpolitikern und lokalen Interessengemeinschaften werden lassen. Zudem würden Arbeitnehmerinnen einem Wildwuchs in den jeweiligen Arbeitszeitregelungen ausgesetzt, erklärte Pappenheim. Zerschlagung des Mittelstandes Die Studie zeige, so Pappenheim, dass die Befürworter einer Liberalisierung unter den Kaufhausketten und größeren Geschäften zu finden sind, mittlere Geschäfte sprechen sich gegen eine vollständige Liberalisierung aus. Dies bedeute, dass der Mittelstand - wenn es nach den Empfehlungen des Institutes geht - langfristig aussterben wird, sagte der stellvertretende KAB-Bundesvorsitzende. "Damit zerstört eine weitere Liberalisierung nicht nur den Markt, sondern fördert die weitere Konzentration im Einzelhandel und die Aufsplitterung von Vollzeitarbeitsstellen in Teilzeit- und Minijobs", warnte Hans Pappenheim. Betroffen seien nicht nur die Kunden, die anschließend mehr für die Produkte zahlen müssten, sondern auch Arbeitnehmerinnen, deren Familienleben auf der Strecke bleibe. Mit einer Verschiebung der Sonn- und Feiertagsregelung auf die kommunale Ebene würde das allgemeine Kulturgut Sonntag zu einem Wahlkampfthema für Lokalpolitiker und Interessenverbände degradiert werden, kritisierte Pappenheim. Eine Belebung der Konjunktur wird es nicht geben, wie die Liberalisierung seit 1996 gezeigt habe. Im Gegenteil, da aufgrund der zersplitterten Arbeitszeitreglungen die Teilzeitarbeit im Billiglohnsektor steigen wird, bleibe weniger Geld für den Einkauf übrig. Es kann jede Mark nur einmal ausgegeben werden, die zuvor erarbeitet wurde, erklärte Pappenheim.
5. Resolution der Delegierten des 10. Bundesverbandstages der KAB Resolution der Delegierten des 10.Bundesverbandstages der KAB Deutschlands in Regensburg am 23.10.99 Keine Ausweitung der bestehenden Ladenöffnungszeiten an Werktagen, Die Delegierten des 10. Bundesverbandstages der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Deutschlands wenden sich entschieden gegen die Vorschläge des Münchener lfo-Gutachtens, die Ladenschlusszeiten an Werktagen völlig abzuschaffen, eine bundeseinheitliche Ladenöffnung an den vier Adventssonntagen festzulegen und die Entscheidung über die Ladenöffnung an Sonn- und Feiertagen grundsätzlich auf die kommunale Ebene zu übertragen. Die Delegierten verweisen auf das Gutachten des Landesinstitutes der Sozialforschungsstelle in Dortmund. Es benennt die negativen Erfahrungen mit den seit 1996 bestehenden erweiterten Ladenöffnungszeiten: Schlechtere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten, weitere Unternehmenskonzentration im Handel, negative Folgen für Familien und Gesamtgesellschaft. Wir stellen fest: eine weitere Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten hätte verheerende Auswirkungen. Was die vorgeschlagene Sonntagsöffnung anbelangt, haben die Erfahrungen in der Praxis gezeigt, dass durch die Verlagerung von Entscheidungszuständigkeiten auf die Kommunen massive Interessenskonflikte vor Ort entstehen. Dies geht eindeutig zu Lasten der verfassungsrechtlich geschützten Sonn- und Feiertage. Wir appellieren an die Mitglieder des deutschen Bundestages und der Landtage, an die Bundesregierung und die Landesregierungen:
Wir rufen alle Organisationen, Verbände und Parteien auf, für eine menschenfreundliche Gesellschaft mit verläßlichen Zeitstrukturen einzutreten. Text und Zusammenstellung: Dr. Ernst Leuninger
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