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Katholische SozialLehre
Catholic Social Teaching
Autor: Ernst Leuninger

Thema der Seite: Sozialwort der Kirchen

Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit 

Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland


Arbeitshilfen

Was ist aus dem Wort geworden (Mai 2000)

Das "Soziale neu denken" (Stellungnahme)

Das Wort

Das Sozialwort, das in der ersten Fassung in einem Konsultationsprozeß breit diskutiert wurde, ist in seiner endgültigen Fassung am 28. Februar 1997 erschienen.

Titel: Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit
Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland

Ergänzende Texte und Online-Bestellung bei der Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz, als html bei der EKD (http://www.ekd.de/EKD-Texte/sozialwort.html)

Der Text kann beim Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz in 53113 Bonn Kaiserstr. 163 gegen einen Druckkostenbeitrag bestellt werden

Ein umfassende Zusammenstellung von Textfassungen, Erklärungen, Zeitungsberichten, Online-Foren, Konsultationsprozeß enthält die Seite der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg: Sozialwort der Kirchen: Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit.

Hinweis auf ein Nachbarland
Ökumenische Konsultation in der Schweiz

Arbeitshilfen

Siehe auch Folienvortrag zur Enführung in das Wort

Eine Arbeitstagung zum Sozialwort

Eine Arbeitshilfe der KAB

Ein Studientag

12 Faltblätter (neu)

Literatur

Zur Diskussion

Ein Diskssionsforum befindet sich in der Homepage der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Im Bistum Limburg führte am 22. März 1997 in Frankfurt Bischof Dr. Franz Kamphaus in einer sehr gut besuchten Veranstaltung in das Wort ein. Er dankte allen Beteiligten für die ausgezeichnete Beteiligung am Konsultationsprozeß im Bistum Limburg. Jetzt müsse das Wort Grundlage für das innerkirchliche Gespräch und das Gespräch mit der Gesellschaft werden und die Leitideen in das wirtschaftliche Handeln einfließen. Dabei müsse deutlich werden, daß der Neoliberalimsus kein Wirtschaftsmodell für uns sein könne. Neben dem Markt sei die soziale Gerechtigkeit der Rahmen für das wirtschaftliche Handeln. Wichtig sei, daß auch die Kirche ihr wirtschaftliches Handeln danach ausrichte.

Die Katholische Akademie Rabanus-Maurus führte am 15.3.97 9.30-17.00 Uhr gemeinsam mit der Evangelischen Akademie Arnoldshain eine Tagung zum Thema im Kolpinghaus Frankfurt, Langestr. 26 mit sehr großer Beteiligung durch.

Das Institut für wissenschaftliche Weiterbildung (IWW) der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar, Pallottistr. 3, 56179 Vallendar, Telefon 0261 6402251, Fax 6402290,
führte am 20. Juni 1997, 15.30 - 21.30 Uhr einen Studientag durch zum Thema: Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit. Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland.

Weitere Veranstaltungen haben stattgefunden. Das Wort findet ein gutes Echo in der Öffentlichkeit und den Gemeinden..

Inhaltsverzeichnis des Wortes:

  • Der Konsultationsprozeß
  • Gesellschaft im Umbruch
  • Perspektiven und Impulse aus dem christlichen Glauben
  • Grundkonsens einer zukunftsfähigen Gesellschaft
  • Ziele und Wege
  • Aufgaben der Kirchen

Literatur

Literaturhinweise 


Folienvortrag zur Einführung in das Wort der Bischöfe und der EKD


Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit Autor: Ernst Leuninger


Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit   Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland           Herausgegeben vom Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland, Herrenhäuser Straße 12, 30419 Hannover, und vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Kaiserstraße 163, 53113 Bonn Folienvortrag zur Einführung Folie 1

© für die ganze Folienreihe: Dr. Ernst Leuninger Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit


INHALTSVERZEICHNIS

Vorwort

Hinführung

1. Der Konsultationsprozeß

2. Gesellschaft im Umbruch

3. Perspektiven und Impulse aus dem christlichen Glauben

4. Grundkonsens einer zukunftsfähigen Gesellschaft

5. Ziele und Wege

6. Aufgaben der Kirchen  


Das Aufbauschema ist nachgebildet dem alten Erkenntnisablauf der Soziallehre (Kardinal Cardijn, CAJ):

  • Sehen: Gesellschaft im Umbruch
  • Urteilen: Perspektiven und Impulse aus dem christlichen Glauben
  • Handeln: Ziele und Wege; Aufgaben der Kirche
  • Den Übergang zwischen Urteilen und Handeln bildet das Kapitel über den "Grundkonsens".

Der Text ist lesbarer geworden, als der Entwurf

Der Umfang ist um 40% gewachsen

Folie 2 Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit


Hinführung

Die folgenden 10 Thesen eignen sich auch als Grundlage zu einer Einführung in das Wort.

"(3) (Hinweis: Diese Zahl gibt jeweils die Abschnittsnummer an) Diese Hinführung faßt die Hauptgedanken des Wortes zusammen. Sie tut das nicht in der Form einer Inhaltsangabe der einzelnen Kapitel, sondern durch eine systematische, in 10 Thesen entfaltete Darstellung... :

1. Die Kirchen wollen nicht selbst Politik machen, sie wollen Politik möglich machen...

2. Die Qualität der sozialen Sicherung und das Leistungsvermögen der Volkswirtschaft bedingen einander...

3. Die Soziale Marktwirtschaft braucht eine strukturelle und moralische Erneuerung...

4. In der sozialen Sicherung spricht nichts für einen Systemwechsel, Reformen aber sind unerläßlich...

5. Die vordringlichste Aufgabe der Wirtschafts- und Sozialpolitik ist in den nächsten Jahren der Abbau der Massenarbeitslosigkeit...

6. Der Sozialstaat dient dem sozialen Ausgleich. Darum belastet er die Stärkeren zugunsten der Schwächeren...

7. Der Sozialstaat muß so weiterentwickelt werden, daß die staatlich gewährleistete Versorgung durch mehr Eigenverantwortung und Verantwortung der kleinen sozialen Einheiten gestützt wird. Er bedarf einer ihn tragenden und ergänzenden Sozialkultur...

8. Die Ungleichheit der Lebensverhältnisse im Westen und im Osten Deutschlands wird noch für lange Zeit spürbar bleiben. Das Geschenk der Einheit muß wirtschaftlich und sozial mit Leben erfüllt werden...

9. Die Menschen teilen die Welt mit den anderen Geschöpfen Gottes. Deutschland lebt in der Welt zusammen mit anderen Ländern. Solidarität und Gerechtigkeit sind unteilbar...

10. Das Wort der Kirchen zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland ist kein letztes Wort..." Folie 3 Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit


  • 1. Der Konsultationsprozeß
  • 1.1 Zeit des Wandels und der Erneuerung
  • 1.2 Anlage und Verlauf des Konsultationsprozesses
    • 1.3 Ergebnisse und Wirkungen des Konsultationsprozesses

    Darstellung und Bewertung des Prozesses

    • Im ersten Kapitel werden noch einmal der Ausgangspunkt, der Verlauf des Konsultationsprozesse und die breite Beratung des Textentwurfes nachgezeichnet
    • Positiv wird die Beteiligung und der Verlauf des Prozesses gewertet. Dem Wort in der derzeitigen Fassung ist anzusehen, wie sehr die Verfasser des Textes sich mit den rund 2500 Eingaben auf über 25 000 Seiten auseinandergesetzt haben.

    Am meisten brannte den am Prozeß Beteiligten unter den Nägeln:

    • Massenarbeitslosigkeit
    • soziale Sicherung
    • Option für die Armen
    • Situation der Familie, Frauen, Jugendlichen und Kinder
    • innere Einheit Deutschlands

    Der Prozeß hatte folgenden Sinn:

    • Bereicherung der Inhalte
    • Erweiterung des Handlungsspielraumes durch Bewußtseinsbildung
    • Verbreiterung des gesellschaftlichen Grundkonsenses
    • Stärkung örtlicher solidarischer Hilfe
    • Lernen der Kirche im Umgang mit gesellschaftlichen Fragen

    Der Konsultationsprozeß hat neben dem Ergebnis des Wortes seine eigenständige Bedeutung entwickelt. Der Weg war ein wichtiger Teil des Zieles.  


    Folie 4 Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit


  • 2. Gesellschaft im Umbruch
  • 2.1 Lang anhaltende Massenarbeitslosigkeit
  • 2.1.1 Belastungen durch Arbeitslosigkeit
  • 2.1.2 Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern
  • 2.1.3 Ursachen der Arbeitslosigkeit
  • 2.2 Krise des Sozialstaats
  • 2.2.1 Armut in der Wohlstandsgesellschaft
  • 2.2.2 Benachteiligung der Familien
  • 2.2.3 Finanzielle Belastungen des sozialen Sicherungssystems
  • 2.3 Ökologische Krise
  • 2.4 Europäischer Integrationsprozeß
  • 2.5 Globale Herausforderungen


  • "2.1.1 Belastungen durch Arbeitslosigkeit

    (50) Bereits vor mehr als 20 Jahren überschritt die Zahl der in Westdeutschland registrierten Arbeitslosen erstmals wieder seit Anfang der 50er Jahre die Millionengrenze. Seitdem hat sich die Arbeitslosigkeit strukturell verfestigt und die Anzahl derer, die selbst zu Zeiten konjunktureller Belebung keine Stelle finden, ist stetig gewachsen. In West- und Ostdeutschland zusammen waren im Januar 1997 4,6 Millionen Frauen und Männer als arbeitslos gemeldet; in den Ländern der EU waren es Ende Dezember 1996 etwa 18,1 Millionen. Nicht eingerechnet sind dabei die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die an Umschulungs- und Fortbildungsmaßnahmen teilnehmen, in Kurzarbeit oder im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen beschäftigt sind, im vorgezogenen Ruhestand leben oder sich resignierend zurückgezogen haben."  


    Die Texte sind aktuell und arbeiten die Probleme deutlich heraus. Sie stellen aber auch unterschiedliche Ansätze dar.

    Neu sind hier die Fragen: Europa und globale Herausforderung

    Folie 5 Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit


  • 3. Perspektiven und Impulse aus dem christlichen Glauben
  • Die Frage nach dem Menschen
  • 3.2 Weltgestaltung aus dem christlichen Glauben
  • 3.3 Grundlegende ethische Perspektiven
  • 3.3.1 Das Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe
  • 3.3.2 Vorrangige Option für die Armen, Schwachen und Benachteiligten
  • 3.3.3 Gerechtigkeit
  • 3.3.4 Solidarität und Subsidiarität
  • 3.3.5 Nachhaltigkeit
  • Dieses Kapitel hat eine völlig neue Fassung. Es steht nicht mehr am Anfang, sondern nach der Analyse (Sehen) als Schritt der Beurteilung (Urteilen) der Situation. Die ethischen Perspektiven enthalten eine Reihe von theologischen und ethischen Begründungszusammenhängen. Die klassische Form der Argumentation in der Soziallehre ist "Solidarität und Subsidiariät". Aus der Befreiungstheologie kommt die Option für die Armen (Exodusmotiv!). Biblisch begründet sind das Liebesgebot und die Gerechtigkeit, wobei diese Diskussion auch die philosophische Diskussion dieses Begriffes in der Geschichte aufgreift. In der neueren Lehre von der sozialen Gerechtigkeit wird diese zu einem Grundverständnis für Gerechtigkeit in einem demokratischen Staat überhaupt. Die Nachhaltigkeit bezieht die Schöpfung mit ein und weitet die Zielperspektive auf die kommenden Generationen aus. Dies ist ein neuerer Ansatz.  


    "(107) In der vorrangigen Option für die Armen als Leitmotiv gesellschaftlichen Handelns konkretisiert sich die Einheit von Gottes- und Nächstenliebe. In der Perspektive einer christlichen Ethik muß darum alles Handeln und Entscheiden in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft an der Frage gemessen werden, inwiefern es die Armen betrifft, ihnen nützt und sie zu eigenverantwortlichem Handeln befähigt."  


    Folie 6


    Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit


  • 4. Grundkonsens einer zukunftsfähigen Gesellschaft
  • 4.1 Menschenrechte
  • 4.2 Freiheitlich-soziale Demokratie
  • 4.3 Ökologisch-soziale Marktwirtschaft
  • 4.4 Menschenrecht auf Arbeit und neues Arbeitsverständnis
  • 4.5 Chancen und Formen der Solidarität in einer erneuerten Sozialkultur
  • 4.6 Internationale Verantwortung


  • "(126) Die im vorausgegangenen Abschnitt aus biblischer Botschaft und christlichem Glauben entwickelten ethischen Perspektiven sind die Grundlage für den Beitrag der Kirchen zur Fortentwicklung einer menschenwürdigen, freien, gerechten und solidarischen Ordnung von Gesellschaft und Staat. Diese Perspektiven und Maßstäbe sind nicht wirklichkeitsferne Postulate, sondern Ausdruck einer langfristig denkenden Vernunft, die sich nicht durch vermeintliche Sachzwänge oder durch kurzfristige Interessen irre machen läßt. Sie können in der christlich geprägten europäischen Kultur auch von Nichtchristen akzeptiert werden und tragen damit zur Wiedergewinnung des ethischen Grundkonsenses bei, auf den Politik, Wirtschaft und Gesellschaft angewiesen sind."  


    Die ethischen Perspektiven haben in einem demokratischen Gemeinwesen dann ihre wirksame Bedeutung, wenn sie von einer großen Mehrheit in der Gesellschaft getragen werden als selbstverständliche Grundlagen von gesellschaftlichem und staatlichem Handeln. In diesem Kapitel erfolgt die systematische Übersetzung der ethischen Aussagen in den Diskurs eines Grundkonsenses über wichtige Perspektiven einer zukunftsfähigen Gesellschaft. Es wird ein Menschenrecht auf Arbeit postuliert

    Folie 7


    Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit


    5. Ziele und Wege

  • 5.1 Arbeitslosigkeit abbauen
  • 5.2 Den Sozialstaat reformieren
  • 5.2.1 Die sozialen Sicherungssysteme konsolidieren
  • 5.2.2 Solidarität in der Gesellschaft stärken
  • 5.3 Den ökologischen Strukturwandel voranbringen
  • 5.4 Die europäische Einigung vertiefen und erweitern
  • 5.5 Verantwortung in der Einen Welt wahrnehmen

    In diesem Kapitel werden die Themen der Analyse (Sehen) des 2. Kapitels aufgegriffen und Handlungsperspektiven aufgezeigt. Es geht um den Schritt "Handeln". Die Gedanken und Vorschläge weichen oft von den in unserer Gesellschaft üblichen Vorstellungen ab. Es besteht in diesen Fragen wenig Einigkeit in unserem Land. E muß aber deutlich gemacht werden, daß die Umsetzung der Forderungen letztlich im Interesse aller ist. 


    "(167) Die Arbeitslosigkeit ist kein unabwendbares Schicksal, dem Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hilflos ausgesetzt wären. Es bestehen durchaus Voraussetzungen dafür, die Massenarbeitslosigkeit deutlich zu reduzieren. Produktion und Volkseinkommen sind in Deutschland so hoch wie nie zuvor. Deutschland verfügt über eine moderne, gut ausgebaute Infrastruktur und eine ausgewogene Wirtschaftsstruktur mit leistungsfähigen großen wie kleineren und mittleren Unternehmen. Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sind hoch qualifiziert und motiviert. Die Sozialpartnerschaft funktioniert, es herrscht sozialer Friede. Die Preise sind stabil und die Zinsen niedrig. Es besteht deshalb kein Anlaß, den "Standort Deutschland" schlechtzureden. Vielmehr kommt es darauf an, daß die Soziale Marktwirtschaft unter Beweis stellt, daß sie ein Problem wie die langanhaltende Massenarbeitslosigkeit lösen kann und damit einer Wirtschaftsordnung ohne soziale Verpflichtung überlegen ist."  


    Folie 8 


    Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit


  • 6. Aufgaben der Kirchen
  • 6.1 Das eigene wirtschaftliche Handeln der Kirchen
  • 6.2 Weltgestaltung und Verkündigung
    • 6.3 Der Dienst der Kirchen für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit


    "(243) Es genügt nicht, wenn die Kirchen die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen und die Verhaltensweisen der darin tätigen Menschen thematisieren. Sie müssen auch ihr eigenes Handeln in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht bedenken. Das kirchliche Engagement für Änderungen in der Gesellschaft wirkt um so überzeugender, wenn es innerkirchlich seine Entsprechung findet."  


    Die Kirchen müssen Handeln z.B. in folgenden Feldern:

    • als Arbeitgeber - maßvolle Beschränkung der mittleren und oberen Einkommen und Teilen von Arbeit
    • die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen muß ökologisch verantwortlich geschehen
    • Beteiligung am gesellschaftlichen Dialog
    • Runde Tische sozialer Verantwortung
    • Mittlerrolle
    • gegen Ausländerfeindlichkeit
    • Einsatz für den Umweltschutz

    Kirchen sollen Orte der Erfahrung sein, was aus dem Glauben heraus an der Mitgestaltung einer Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit möglich ist.  


    Dazu können vor allem Verkündigung und Bildung beitragen!

    Folie 9 


    Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit


    Aufgaben, die sich der Bildungsarbeit stellen:

    1. Werben für ein Dokument, das sehr gute Perspektiven für eine gerechtere Gestaltung unserer Gesellschaft aufzeigt
    2. Seminare zur Einführung in das Dokument
    3. Einbringen in andere Diskurse z.B. über Zukunftsfähigkeit
    4. Fördern der Diskussion zu Fragen der zugrundeliegenden Werte
    5. Einbringen in den Sachzusammenhang thematischer Arbeit in den unterschiedlichsten Bereichen (Fami-lienwochenende, Armutsdiskussion, Ökologie usw.)
    6. Mitwirkung bei runden Tischen
    7. Option für die Armen in konkreten Situationen
    8. Einsatz für Fremde in unserer Gesellschaft
    9. Einsatz für Arbeitsplätze durch "Arbeit teilen" in unseren Bereichen
    10. Lassen wir unsere Phantasie walten, das Dokument bietet dafür eine Fülle von Anregungen

    Folie 10


    Literatur

    • Heimbach-Steins, M., Lienkamp, A., Hg., Einleitung und Kommentierung: Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit. Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland, München 1997.

    • Das Buch hat einen Umfang von 284 Seiten. Etwa 50 Seiten sind Einleitung führen in den die Entstehung des Textes und den Konsultationsprozeß ein. Des weiteren wird der Text wiedergeben und ausführlich kommentiert. Anmerkungen, ein Literatur und Stichwortverzeichnis ergänzen das Buch. Es eignet sich vor allem für solche, die sich intensiver mit dem Text auseinandersetzen oder sie in der Arbeit umsetzen wollen.
    • Hengsbach, F., Emunds, B., Möhring-Hesse, M., Reformen fallen nicht vom Himmel. Was kommt nach dem Sozialwort der Kirchen? Freiburg 1997.

    • Weitere MitarbeiterInnen an der Veröffentlichung sind J. P. Rinderspacher, U. Wagener, F. Woldt. Die ersten Kapitel beschäftigen sich mit der Entstehung des Wortes. Dann erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit dem Wort. Das Buch will vor allem dazu beitragen, daß der angestoßene Prozeß nicht aufhört, sondern weitergeführt wird.
    • Bernhard Nacke (Hg.), Sozialwort der Kirchen in der Diskussion, Argumente aus Parteien, Verbänden und Wissenschaft, Würzburg 1997, 458 Seiten

    Autoren sind u.a. Heiner Geißler, Klaus Zwickel, Gertrud Casel, Joseph Homeyer, Ernst Leuninger, Karl-Heinz Schmidt, Heribert Zingel

    "Das vorliegende Buch will den Diskurs eröffnen, indem es Positionsbestimmungen der gesellschaftlichen Kräfte sammelt und gegenüberstellt, um Fragehorizonte zu klären, notwendige Aufgabenstellungen festzumachen und Handlungsdimensionen aufzuspüren. (Aus dem Klappentext)"



    Konzept einer Arbeitstagung zum Sozialwort

    • Zielgruppe: Erwachsene, Familienkreise, Verbände, Pfarrgemeinderäte ...
    • Dauer: Etwa sechs Zeitstunden
    • Ziel: Den Text kennen lernen, einen Schwerpunkt (Arbeitslosigkeit) erarbeiten und erste Schritte zur Anwendung gehen
    • Text: Die TeilnehmerInnen sollten den Text in der Hand haben.
    • Material: Ablauf und Arbeitsgruppen auf Folie und für die Hand der TeilnehmerInnen in Kopie, Leerfolien und Stifte für die Arbeitsgruppen
    • Gerät: Tageslichtschreiber
    • Ablauf (Folie):

    Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit


    Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland Möglicher Ablauf

    1. Inhaltliche Vorstellung(Folienreihe) 60 Minuten Vortrag und Aussprache
    • Erarbeitung des Schwerpunktes "Arbeitslosigkeit"
    1. Sehen (Arbeitssgruppen 1-3) 90 Mintuen Arbeit und Auswertung
    2. Urteilen (Arbeitsgruppe 4) 75 Mintuen Arbeit und Auswertung
    3. Handeln (Arbeitsgruppe 5) 75 Minuten Arbeit und Auswertung
    4. Auswertung und Ausblicke 30 Minuten

    Statistischer Hinweis

    Besorgen Sie sich die neuesten Zahlen über Arbeitslosigkeit August 1997 in Gesamtdeutschland 11,4% West: 9,7% Ost 18,3% Arbeitslose


    Arbeitsgruppe 1

    Sehen

    2. Gesellschaft im Umbruch

    2.1 Lang anhaltende Massenarbeitslosigkeit

    2.1.1 Belastungen durch Arbeitslosigkeit (N 49-55)

    1. Schildern Sie kurz die wichtigsten Aussagen!

    2. Nehmen Sie Stellung dazu (Ergänzungen, Kritik ...) !


    Arbeitsgruppe 2

    Sehen

    2. Gesellschaft im Umbruch

    2.1 Lang anhaltende Massenarbeitslosigkeit

    2.12 Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern (N 56-28)

    1. Schildern Sie kurz die wichtigsten Aussagen!

    2. Nehmen Sie Stellung dazu!


    Arbeitsgruppe 3

    Sehen

    2. Gesellschaft im Umbruch

    2.1 Ursachen der Arbeitslosigkeit

    1. Welche Ursachen werden dargelegt?

    2. Nehmen Sie Stellung dazu (Ergänzungen, Kritik ...) !


    Arbeitsgruppe 4

    Urteilen

    4. Grundkonsens einer zukunftsfähigen Gesellschaft

    4.4. Menschenrecht auf Arbeit und neues Arbeitsverständnis (N 151-155)

    1. Wie wird das Menschenrecht auf Arbeit begründet?

    2. Was beinhaltet die Diskussion des Arbeitsbegriffes zwischen den Geschlechtern?

    3. Nehmen Sie Stellung zum Text!


    Arbeitsgruppe 5

    Handeln

    5. Ziele und Wege

    5.1 Arbeitslosigkeit abbauen (Seite 68-72)

    1. Nennen Sie kurz einige Ansätze!

    2. Nehmen Sie Stellung dazu (Ergänzungen, Kritik ...) !



    • Arbeitshilfe zum Wort der Kirchen "Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit"
    • Soziales Handeln für Gerechtigkeit
    • Herausgeber: KAB (Katholische Arbeitnehmerbewegung Deutschland)

    Die mit Folien versehene Arbeitsmappe will Bausteine liefern für Vorträge. für die Arbeit in Gruppen, als Grundlage für Presseveröffentlichungen und zur Vorbereitung politischer Diskussionen. Sie will vor allem Handlungsmöglichkeit und -notwendigkeiten aufzeigen. Ihr Einsatz muß gezielt vorbereitet werden.

    Bestelladresse:

    Ketteler Verlag, Altes Schulhaus Gräfenhausen, 76855 Annweiler,

    Tel: (06355) 963333 Fax: 963344 


    Studientag

    zum Wort der Kirchen "Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit" - Die Familien fördern -

    Veranstalter: Landesarbeitsgemeinschaft der kath. Familienbidungsstätten in Hessen
    katholische FBS Diözese Limburg, Referat Familienbildungsstätten

    Ort. Wilhelm-Kempf-Haus Wiesbaden-Naurod

    Termin: 2. Dezember 1997 10.00 - 16.00 Uhr

    Referentin: Mechthild Hartmann KAB Moderation: Sigrid Pörtner

    Anmeldung: Telefon: 06431 295 337 Fax 06431 295437 


    12 Faltblätter zum Sozialwort

    Erhältlich sind beim Referat Bischöflichen Ordinariat, Dez. Erwachsenenarbeit, Referat Kirche und Arbeiterschaft (Roßmarkt 12, 65549 Limburg, Fon 06431 295 386, Fax 06431 295437) 12 Faltblätter zu Themen des Sozialwortes. Sie wurden vom Referat gemeinsam mit dem Bad Homburger Arbeitskreis erstellt. (Faltblätter und Diskette)

    Aufstellung der Faltblätter

    1. Arbeit / Arbeitslosigkeit
    2. Chancengerechtigkeit zwischen Frauen und Männern verwirklichen
    3. Eine Welt
    4. Familienpolitik
    5. Globalisierung
    6. Zukunftschancen der Jugendlichen sichern
    7. Aufgaben der Kirchen für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit
    8. Neoliberalismus
    9. Ökologisch-soziale Marktwirtschaft
    10. Option für die Armen
    11. Sozialkultur
    12. Sozialstaat
    1. Die Faltblätter sind mit Grafiken und Bildern versehen. Der Text eines Faltblattes (ohne Layout, Bilder und Grafiken) ist zur Information hier dargestellt:

    "Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit" Als Beispiel:


    Arbeit/Arbeitslosigkeit


    Stichworte

    zum Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofs-konferenz zur wirtschaftlichen und sozialen
    Lage in Deutschland Herausgeber: BAD HOMBURGER ARBEITSKREIS "Kirche und Arbeiterschaft" im Bistum Limburg


    Arbeit ist Menschenrecht

    Das Recht auf Arbeit gehört zu den Grundrechten eines Menschen wie das Recht auf faire Arbeitsbedingungen und gerechten Lohn.

    Durch Arbeit hat der Mensch teil am göttlichen Schöpfungsauftrag, die Erde zu bebauen und zu hüten (vgl. Gen 2,17)

    • Aus christlicher Sicht ist das Menschenrecht auf Arbeit unmittelbarer Ausdruck der Menschenwürde. Der Mensch ist für ein tätiges Leben geschaffen und erfährt dessen Sinnhaftigkeit im Austausch mit seinen Mitmenschen (152)

    Zugleich ist die Erwerbsarbeit für die meisten Menschen die existentielle Grundlage für die Sicherung des Lebensunterhalts, die soziale Integration und persönliche Entfaltung des einzelnen.

    Es ist die Aufgabe einer sozial verpflichteten und gerechten Wirtschaftsordnung, allen Frauen und Männern, die dies brauchen und wünschen, den Zugang und die Beteiligung an der Erwerbsarbeit zu eröffnen (vgl. 168).

    Situationsbeschreibung

    Es ist festzustellen, daß die Arbeitslosigkeit in den letzten 25 Jahren fast ununterbrochen angestiegen ist und mit 4,7 Mill. Arbeitslosen einen neuen Rekord erreicht hat.

    Statistik

    Besonders von Arbeitslosigkeit betroffen sind ArbeitnehmerInnen mit geringer Qualifikation, ältere ArbeitnehmerInnen und Behinderte.

    Diese Umbrüche in den Beschäftigungsverhältnissen rühren an den Grundstrukturen einer Gesellschaft, in der Erwerbsarbeit für das geregelte Einkommen, die soziale Integration und die Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung zentral ist (51).

    Ursachen und Folgen von Arbeitslosigkeit

    Die Ursachen der seit 1973 zunehmenden Arbeitslosigkeit sind vielfältig und werden zwischen gegensätzlichen politischen und wirtschaftswissenschaftlichen Positionen diskutiert:

    • Wirtschaftswachstum und Konjunkturbelebung sind vom Arbeitsmarkt abgekoppelt.
    • Durch fortschreitende Rationalisierung werden zunehmend Arbeitsplätze abgebaut, die nicht im Dienstleistungsbereich neu geschaffen werden können.
    • Möglichkeiten der Verkürzung und Flexibilisierung von Arbeitszeit werden nicht genügend verwirklicht.
    • Die Globalisierung des Wettbewerbs ist in bestimmten Bereichen mit einer erheblichen Reduzierung von Arbeitsplätzen verbunden. Länder mit niedrigem Lohnniveau übernehmen zunehmend die Produktion arbeitsintensiver Produkte.
    • Durch die Möglichkeiten ständig steigender Spekulationsgewinne erscheinen produktive Investitionen unattraktiv.

    Das Verhältnis von Kapital und Arbeit hat sich zu Lasten des Faktors Arbeit verschoben (145).

    Auswege

    • Massenarbeitslosigkeit ist kein unabwendbares Verhängnis. Es gibt Möglichkeiten, sie abzubauen (41).
    • Produktion und Volkseinkommen sind in Deutschland so hoch wie nie zuvor. Deutschland verfügt über eine moderne, gut ausgebaute Infrastruktur und eine angemessene Wirschaftsstruktur... Es besteht deshalb kein Anlaß, den "Standort Deutschland" schlechtzureden (167).
    • Neue Arbeitsplätze können zunächst von einer erfolgreichen, effektiven und wettbewerbsfähigen Wirtschaft am regulären Arbeitsmarkt erwartet werden (169):
    • Deshalb kann die notwendig Umverteilung von Erwerbsarbeit auch finanziert werden.

    Wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels können sein:

    • Steuerliche Begünstigung von Investivkapital gegenüber unproduktiven Finanzkapital,
    • Streben nach internationalen Standards in Fragen von Lohn und Arbeitsbedingungen, um Marktvorteile abzubauen, die auf Lohndumping und menschenunwürdigen Arbeitsverhältnissen beruhen,
    • staatliche Förderung von Forschung und Entwicklung neuer Techniken,
    • Schaffung von öffentlich finanzierten Arbeitsplätzen in den Bereichen Pflege, Erziehung, Umweltschutz und Landschaftsgestaltung

    Erforderlich ist auch, die aktiven Instrumente der gestaltenden Arbeitsmarktpolitik auszuschöpfen und weiterzuentwickeln. Dazu zählen die Qualifizierung von Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit Bedrohten sowie die Verbesserung der beruflichen Integration von Langzeitarbeitslosen. Hier hat der gesamte Sektor öffentlich geförderter Arbeit eine wichtige Funktion: angefangen von der Förderung von Beschäftigungsgesellschaften bis hin zur Unterstützung von sogenannten Sozialen Betreiben und Programmen wie z.B. "Arbeit statt Sozialhilfe" sowie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (174).

    Die Finanzierung dieser und anderer Maßnahmen zur Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit kann zum großen Teil aus den Mitteln erfolgen, die die Arbeitslosigkeit finanzieren.

    Weitere Finanzierungsmöglichkeiten bestehen in der Senkung der Lohnnebenkosten, durch Wegfall versicherungsfremder Leistungen, der Einführung einer Wertschöpfungsabgabe, und die Einbeziehung privater Vermögen in einen Lastenausgleich. 


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    Geändert: 01.08.1999 Dr. Ernst Leuninger